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Schlagwort »Initiative Kerberos«
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Rettet Hollywood den Rümmler?

Soll auch weichen: Die „Wolkendecke“ im U-Bahnhof Halemweg.

 

Vielleicht kommt die Rettung für Berlins Untergrund jetzt aus Hollywood: Seit über die Schließung der Fußgänger_innenunterführung zwischen Zentralem Omnibusbahnhof (ZOB) und Internationalem Congresscentrum (ICC) in Berlin-Charlottenburg diskutiert wird, richten sich die Augen auf die von Rainer Rümmler entworfenen poppigen Untergrundbauten im ehemaligen West-Berlin. Das Onlineportal moderneRegional hat dem Tunnel unlängst einen größeren Beitrag gewidmet, Ende März plädierte Peter Richter in der Süddeutschen Zeitung für den Erhalt. Und warum Hollywood? Die unterirdische Passerelle ist mit ihren quietschig-orangefarbenen Pfeilern und Wänden sowie den kreisrunden braunen Leuchten an der Decke Schauplatz zahlreicher internationaler Filmproduktionen gewesen. Damit beweist sich, was wir als „Initiative Kerberos“ (siehe Reiter oben rechts) schon längst sagen: Rümmlers Bauten sind Berlin. Rümmlers Bauten sind pop!

Die Argumente für die Erhaltung des Fußgänger_innentunnels taugen erst recht für Rümmlers zahlreiche Westberliner U-Bahnhöfe aus den 1960er und 70er Jahren. Der U-Bahnhof Yorckstraße – bis 2016 „mittsiebzigerorange wie eine Packung Nimm 2“ (Richter) – ist bereits verloren. Doch an anderen Stellen gibt es noch einiges zu retten von Rümmlers Bahnhöfen in „selbstbewusster Farbigkeit“. Der unterirdische Farbenreigen führe dazu, so Richter, dass das U-Bahnfahren „unter weiten Teilen Westberlins immer ein bisschen an das Yellow Submarine von den Beatles erinnert.“ Weiterhin völlig ungeschützt der BVG-Abrisswut ausgeliefert sind etwa die Pop-Bahnhöfe Konstanzer Straße, Richard-Wagner-Platz, Nauener Platz sowie der Eingangspavillon am Bahnhof Halemweg. Die Wiederherstellung des (inzwischen sogar denkmalgeschützten) Bahnhofs Schloßstraße kommt seit Monaten nicht voran.

Wenn Richter in der Süddeutschen Zeitung zur Rettung des ICC-Tunnels aufruft, rufen wir (weiterhin) und umso lauter hinterher: Lasst auch die U-Bahnhöfe leben! Berlin ist nicht nur cool in Hollywood.

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Mind the Gap!

Ein Beitrag von Frank Schmitz und Ralf Liptau von der Initiative Kerberos

IMG_7978Mit der Aufnahme von sieben U-Bahnhöfen der Linie 7 in die Denkmalliste (vgl. Beitrag von Verena Pfeiffer-Kloss) hat Berlins Kultursenator Klaus Lederer einen Teil der Forderungen umgesetzt, die wir als Initiative „Kerberos“ im vergangenen Jahr formuliert hatten. Sieben U-Bahnhöfe aus den 1980er-Jahren sind damit vor der zerstörenden Umbauwut der BVG-Bauabteilung geschützt. Das Presseecho ist äußerst positiv, unter anderem berichteten die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost, der Tagesspiegel, die Deutsche Welle und der RBB.

Die Unterschutzstellung der postmodernen Bahnhöfe in Spandau ist allerdings nur ein Etappensieg. Auf der Pressekonferenz am 28. März kündigte Landeskonservator Jörg Haspel an, dass die Aufnahme weiterer U-Bahnhöfe der Nachkriegszeit in die Berliner Denkmalliste derzeit vorbereitet wird – was wir als Initiative natürlich begrüßen und nachdrücklich fordern.

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