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urbanoQUIZchen#11: Architektur im Film

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Frage 1
YouTube Preview Image   1949 wurde Ayn Rands Buch "The Fountainhead" (dt. "Der ewige Quell") über den fiktiven begnadeten jungen Architekten Howard Roark von Warner Bros. verfilmt. Für die Gestaltung des Filmsets wurde ein bedeutender zeitgenössischer Architekt angefragt. Um wen handelt es sich?
A
Antonin Raymond
B
Richard Bock
C
Frank Lloyd Wright
Question 1 Explanation: 
Ayn Rand war ein begeisterter Anhänger von Frank Lloyd Wrights Architektur und wünschte sich sehr, dass dieser das Filmset zu "The Fountainhead" gestalten würde. Unglücklicher Weise sprengte Frank Lloyd Wrights Honorarvorstellungen das Budget des Filmstudios: Er forderte 10 % der Gewinne des Films. Denn schließlich würden Architekten üblicher Weise 10 % des Projektvolumens bekommen. Letztendlich wurde daher Artdirector Edward Carrere für die Gestaltung beauftragt.
Frage 2
  Im Film “My Architect” (2003) begibt sich der von einem der größten Architekten des 20. Jahrhundert vernachlässigte Sohn auf eine Reise an die Orte des Schaffens seines Vaters. Wer war dieser Vater?
A
Louis Khan
B
Le Corbusier
C
Frank Lloyd Wright
Question 2 Explanation: 
Louis Khan, geboren als Itze-Leib Schmuilowsky in Estland, gilt als einer der wichtigsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Das wahrscheinlich wichtigste Gebäude im Werk von Khan ist das Jatiyo Sangshad Bhaban (Gebäude der Nationalversammlung von Bangladesh) in Dhaka, das zwischen 1962 und 1974 entstand (siehe Foto). Der Film "My Architect" wurde 2003 für einen Oscar nominiert.
Frage 3
  In Ridley Scott's urbaner Dystopie "Blade Runner" ist die Stadtdarstellung ein zentrales Element des düsteren Films: Los Angeles im Jahr 2019 ist ein riesiger Moloch absoluter Dichte, in dem es auf Grund der Luftverschmutzung permanent sauer regnet. Scott bediente sich bei der Stadtdarstellung verschiedner architektonischer Motive und historischer Vorbilder wie dem Ennis House von Frank Lloyd Wright. Welche Funktion hat es in Blade Runner?
A
Wohnhaus des Genetik-Designers J. F. Sebastian
B
Das Polizeihauptquartier
C
Hauptquartier der Tyrell Corporation
Question 3 Explanation: 
Das Ennis House dient in Blade Runner als das Polizeihauptquartier. Neben dem Ennis House gibt es in Blade Runner zahlreiche weitere Verweise auf reale oder fiktive architektonische Vorbilder, so zum Beispiel Metropolis' neuer Turm Babel (hier das Hauptquartier der Tyrell Corporation) oder das Bradbury Building in L.A. (hier das Apartmenthaus des Genetik-Designers J.F. Sebastian).
Frage 4

Quelle: Flickr

  Alfred Hitchcock's "North by Northwest" gilt als Verneigung vor dem Werk Frank Lloyd Wrights. Wie lautet der deutsche Titel des Films?
A
Der Mieter
B
Der falsche Mann
C
Der unsichtbare Dritte
Question 4 Explanation: 
Für den Film North by Northwest lies Alfred Hitchcock von den Set-Designern des MGM-Studios das so genannte Vandamm House gestalten. Eigentlich hätte Hitchcock das Haus gerne von Frank Lloyd Wright gestalten lassen, doch die Erfahrungen aus der Produktion von "The Fountainhead" machten dies unmöglich - selbst für den weltberühmten und auch kommerziell erfolgreichen Hitchcock. Das Vandamm House wurde nicht wirklich gebaut. Nur einige Teile wurden in 1:1 errichtet, der Rest als stark verkleinertes Modell. Per Tricktechnik wurde es dann an den Hang des Mount Rushmore platziert. Für Daniel Libeskind war North by Northwest übrigens einer der Gründe, weshalb er Architekt wurde.
Frage 5
YouTube Preview Image   In Fritz Langs legendärer Filme "Metropolis" wurde für die Darstellung der futuristischen Stadt ein immenser Aufwand betrieben. Gestaltet wurden die über 500 einzelnen Modelle von Wolkenkratzern und anderen Gebäuden von den "Filmarchitekten" Otto Hunte, Erich Kettelhut und Karl Vollbrecht. Beim Modellbau mitgeholfen hat dabei auch Konrad Wachsmann, der später insbesondere für ein Gebäude bekannt wurde. Welches?
A
Haus des Rundfunks in Berlin
B
Einsteinhaus in Caputh
C
Haus Schminke in Löbau
Question 5 Explanation: 
Konrad Wachsmann ist der Architekt des Einsteinhauses in Caputh, in dem Albert Einstein zwischen 1929 und 1933 mit seiner Frau den Sommer verbrachte. Das Haus des Rundfunks (1929) ist übrigens von Hans Poelzig, das Haus Schminke (1933) von Hans Scharoun.
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The Sol Cinema

Nach der Erfindung der Frittenbude auf Rädern war dieses Wanderkino wirklich überfällig. Das „Sol Cinema“ mit acht plüschi­gen Sitzgelegenheiten, Filmvorführer, Platzanweiserin und Popcorn rollt noch ins kleinste englische Dorf und verbreitet Kultur ?– vorausgesetzt der Tag war sonnig. (greenpeacemagazin)

Das Wohnwagenwanderkino kann bis zu acht Erwachsene komfortabel unterbringen und bietet eine große Auswahl vor allen Dingen an Kurzfilmen. Und alles ist extrem ökologisch: Die Solaranlage versorgt die Technik im Inneren des Fahrzeugs mit Strom. Wie toll wäre eine Deutschland-Tournee mit urbanoFILMS in so einem Wohnwagen!

Video, Film & Fotografie →

Kinofilm: Tom Atkins Blues

Kinofilm über einen Spätkauf in Prenzlauer Berg von Axel Ross.

Der Spätkauf ist das Herz des Kiezes gewesen, integraler Bestandteil im Leben der Kiezbewohner, seit nunmehr 13 Jahren. Treffpunkt, Kneipe, Kiezpostille und ein Ort, um zu unüblichen Öffnungszeiten nicht nur einzukaufen. Eine Sorgenpause, ein Platz mit Zeit für den Kunden, jede Nacht und ganze Sonntage lang, bei Reggae-, Dub- und Hip-Hop-Rhythmen, die aus den Lautsprechern hinaus auf die Straße fliegen.
Tommy, der Engländer, arbeitet schon seit Jahren im Spätkauf, doch verkauft er nicht nur Waren. Er hat streitende Pärchen beobachtet, war verlorenen Touristen ebenso Hort wie betrunkenen Einheimischen. Er hat im Kiez hitzige Basketballspiele unter Nachbarn ausgefochten, ist nächtelang durch die Clubs gezogen und kämpfte an der Kasse des Spätkaufs mit den hämmernden Nachwirkungen seiner Streifzüge. Der Spätkauf bietet ihm einen kaleidoskopischen Einblick in die Leben, Hoffnungen, Gedanken der Menschen und alles verflechtet sich zu einem Gewebe der Nachbarschaft, des Miteinanders.

Im Laufe der Jahre aber verändert sich sein Kiez. Wohnraum wird Eigentum, Mieten steigen und der Zustrom solventerer Schichten lässt das soziale Gewebe weitmaschiger werden. Der Spätkauf wird mit der Zeit zum letzten Souvenir eines verschwindenden Kiezes. Als schließlich der nahe gelegene Supermarkt modernisiert wird und seine Türen fortan bis Mitternacht öffnet, verliert das Konzept “Spätkauf” seinen Sinn. Die Kunden schwinden und mit ihnen die Umsätze. Der Laden muss schließen.

Die Nachricht verbreitet sich, plötzlich tauchen alte Gesichter wieder auf, auch unerwünschte, doch alle kommen sie, um der Kiez-Institution Respekt zu zollen. Tommy lässt das Vergangene Revue passieren, versucht, das Heute zu verstehen und die Zukunft vorauszusagen, gemeinsam mit Freunden und Kunden. Tommy reflektiert seine Situation, sieht sich mit dem Wandel, der Umwälzung und im Angesicht des letzten Ladenschlusses mit einer klaffenden Lücke in seinem Leben konfrontiert. Nicht zuletzt offenbart ihm das Ende des Ladens auch unbequeme Wahrheiten, die sein eigenes Leben betreffen.

Aufgenommen von sechs Leuten in elf Tagen auf HDV vermischt der Film dokumentarische Realität mit gespielten Szenen. Der Film ist nicht nur amüsantes, bewegendes Zeugnis der Institution “Spätkauf”, sondern auch Metapher für eine weltweite Entwicklung, die Menschen in Großstädten aus ihren Kiezen verdrängt, weil sie dem Wandel, den steigenden Mieten und Lebenshaltungskosten finanziell nicht gewachsen sind.

» Tagesspiegel vom 26.08.2010: Geschichte eines Spätkaufs: Im Reich der Holzregale

Ort: Acud Kino
Sa 28.8. bis Mi 8.9., jeweils 20:00 Uhr

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