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Schlagwort »Leipzig«
Städtebau & Architektur →

Bowling statt Kegeln im Palast der Menschen

Bowlingtreff

Im Juli 1987 wurde am Leipziger Innenstadtring mit dem Bowlingtreff der wohl international anschlussfähigste Bau der Postmoderne in der DDR eröffnet. Im schützenden Schatten der Berliner 750-Jahr-Feier in Feierabendarbeit entstanden, stellt der Bowlingtreff die gleichzeitigen staatsrepräsentativen Berliner Projekte postmoderner Anhauchung in grelles, ihre Provinzialität entlarvendes Licht.

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Kunst & Kultur →

Lindenow – Festival der unabhängigen Kunsträume in Leipzig

Am kommenden Wochenende findet das 10. Lindenow Festival im Leipziger Westen statt. Ein Festival für alle Kunst- und Kulturräume, welche nicht nur auf den Konsum-Aspekt angelegt sind. Die Macher sehen sich als Verknüpfungspunkt zwischen den unterschiedlichen Akteuren und den Räumen, die – nicht nur an diesem Wochenende – gestaltet werden.
Das Festival hat keine spezielle Ausrichtung, sondern vereint verschiedene Themen wie Installation, Performance, Ausstellung oder dem Audio-Walk.
Lindenow ist ein auf unterschiedliche Orte aufgeteiltes Museum und wertet so den urbanen Raum auf und bringt die Einwohner, z. B. auf ihrem Nachhauseweg, direkt mit der Kunst in Verbindung. Hier kann man Kunst und Kultur auch ohne in das Museum zu gehen erleben. Wir dürfen gespannt sein, was die diesjährigen Akteure an diesem Wochenende auf die Beine stellen werden.
Einen kleinen Vorgeschmack geben die Verknüpfungen zwischen frischem Gemüse aus dem Annalinde Garten, einem fundamentalen, flexibel nutzbaren, sowie den Außenraum aufwertenden Möbelstück der ArchitekturApotheke und und einer Ausstellung sowie ein Symposium im Kunstraum D21, das sich mit den Dimensionen von Datenbanken beschäftigt.
Viel Spass beim Entdecken und Erforschen der Kunst im Leipziger Westen!
Lindenow-Plakat

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Häuser erhalten. Räume eröffnen!

So heißt das filmische Portrait, das die beiden Regisseure Daniel Kunle und Holger Lauinger über den Verein HausHalten e.V. und ihre Modelle zum Erhalt und zur (Wieder)Nutzung leer stehender Häuser in Leipzig und anderswo gedreht haben. Viele haben schon von dem Modell gehört und gelesen. Viel zitiert und beschrieben in der (Fach)Presse kennen viele von uns das Modell, aber wie sieht es tatsächlich aus?

Hier zeigt der Film kurzweilig und aus verschiedenen Perspektiven (Initiatoren, Nutzer, Eigentümer, Polizei,…), wie das Leben in und mit den Häusern funktioniert.

Seit 15.2.2014 ist der Film veröffentlicht und öffentlich. Alle Interessierten können ihn dank einer Creative Commons Lizenz online ansehen oder herunter laden, um ihn mit Freunden, Interessierten, Gleichgesinnten zu sehen und zu diskutieren.

Häuser erhalten. Räume eröffnen!
von Daniel Kunle und Holger Lauinger

SeinImScheinFilmproduktion
D 2014, 25 min

Städtebau & Architektur →

Wenn sich ein Denkmal hinter einem Denkmal versteckt…

…hat es selbst Schuld und wird abgerissen.

Notizen zu einem ungewöhlichen Denkmalstreit…

Am westlichen Ende des Brühls in der Leipziger Innenstadt verschwindet ein Bauwerk der besonderen Art. Es handelt sich um ein Kaufhaus, das 1908 erbaut wurde und nach schweren Kriegsschäden durch einen Umbau in den 1960er Jahre mit einer vorgehängten geschwungenen Aluminumfassade versehen wurde.

Die Alumniumfassade wurde von Harry Müller entworfen und ist ein typisches Beispiel der Nachkriegsarchitektur. Sie konnte nach Protesten vor der Entsorgung bewahrt werden – weichen muss das Gebäude einem Einkaufzentrum, für das bereits drei schlanke Wohnhochhäuser abgerissen wurden. Die Fassadenelemente der „Büchse“, so der Spitzname für das Kaufhaus, werden zum überwiegenden Teil  in die neue Fassade der „Höfe am Brühl“ nach einem Entwurf von Grüntuch/Ernst integriert.

Beim Abnehmen der 1960er-Fassadenelemente wurde nun offensichtlich, dass die  hinter der Aluhülle versteckte Steinfassade im Stile großstädtischer Warenhausarchitektur der Jahrhundertwende im 2. Weltkrieg weit weniger in Mitleidenschaft gezogen wurde als vermutet… Dem Abriss wurde durch das Leipziger Regierungspräsidium im Vorfeld bereits die Genehmigung erteilt, obwohl noch Unklarheit über den Zustand der alten Fassade herrschte.

Während über den Wert dieser Fassadenschicht und die spannende Kombination der beiden Zeugnisse der Warenhausgeschichte diskutiert wird, fressen sich die Bagger von der Rückseite durch das Bauwerk. Mehr als Fragmente der entdeckten Fassade werden wohl nicht erhalten.

Zum Weiterlesen:
Ich war eine Büchse, Artikel im Tagesspiegel vom 02. Mai 2010 von Jürgen Tietz
Offener Brief zum Erhalt der historischen Fassade in der Leipziger Internetzeitung vom 07.04.2010

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