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Schlagwort »London«
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Buchrezension: „Urban Constellations“, herausgegeben von Matthew Gandy

Wie nähert man sich einer Stadt, die, wie Ruth Glass es beschreibt, zu weitläufig, zu komplex, zu gegensätzlich und zu stimmungsvoll ist, um als Ganzes erkannt und gesehen zu werden? Matthew Gandy, Geographieprofessor am UCL – University College in London und zwischen 2005 und 2011 Direktor des dort ansässigen Urban Laboratory bietet im kürzlich von ihm herausgegebenen Buch „Urban Constellations“, eine überraschende Herangehensweise an.

Der Stil der Publikation ist denkbar ungewöhnlich: Im Rekurs auf Walter Benjamins Gebrauch des Begriffs der Konstellation im Sinne einer Möglichkeit scheinbar disparate Elemente in einem historisch und intellektuell fassbaren Schema abbilden zu können, wurden Texte zusammengetragen, die der sog. „kleinen Form“ wie sie die großen Berliner Flaneure Benjamin, Krakauer und Hessel in den 1920er Jahren erfanden und pflegten, folgen. Diese Einzelbilder des Ganzen können vom Leser beliebig kombiniert und in Reihenfolgen bzw. Konstellationen gebracht werden und erlauben so einen eigenen Umgang mit der Komplexität des Begriffs „Stadt“.

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Chromaroma – Das ÖPNV-Ticket als urbanes Gesellschaftsspiel

In vielen Städten der Welt sind elektronische Fahrscheine im ÖPNV keine Neuheit mehr. Ob in Japan die SUICA-Card, in Hong Kong die Octopus-Karte oder in London die Oyster Card, zunehmend werden die Papierfahrscheine durch eTickets abgelöst. Auch in Deutschland gibt es eine Initiative des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen für ein einheitliches eTicket, das in einer wachsenden Anzahl an Verkehrsverbünden zum Einsatz kommt.
Während man in Japan oder Hong Kong das eTicket auch für bargeldlosen Einkauf oder für Dienstleistungen nutzen kann und in London immerhin alle Fahrscheinarten als Oyster Card verfügbar sind, werden in Deutschland nur zaghaft die Abokunden mit den neuen Plastikkarten ausgestattet. Der Nutzen ist damit begrenzt, da damit auch keine neuen, flexiblen Tarifformen mit der neuen Vertriebsform kombiniert werden.

Wenn also schon keinen innovativen Tarif, warum dann nicht ein bisschen Spaß in den ÖPNV bringen? Das haben sich wahrscheinlich auch die Macher von »Chromaroma« gedacht, die aus der Oyster Card in London ein ortsbasiertes, urbanes Gesellschaftsspiel gemacht haben.

Bei Chromaroma muss man sich mit den Nutzerdaten der Oyster Card (oder auch mit der Nutzerkarte des Barclay-Fahrradverleihsystems) einloggen und tritt dann einem von vier Teams bei (rot, gelb, grün oder blau). Man erhält Missionen oder ganze Kampagnen, die man durchspielen muss. Die Aufgaben bestehen im Wesentlichen darin, zu bestimmten Stationen zu fahren oder Routen abzufahren. Des Weiteren gibt es auch einen „Capture the Flag“-Modus, bei dem bestimmte Stationen von einem Team „besetzt“ werden. Alle Aktionen erfolgen mit dem Check-In oder Check-Out eines Teammitglieds an einem Oyster-Terminal.

Sicherlich kommt bei einer solchen Anwendung die Frage nach Datenschutz und Bewegungsprofilen auf. Während dies in Deutschland als hohes, zu schützendes Gut gilt, ist man da sicherlich im angelsächsischen Raum etwas entspannter (oder naiver?). Doch in Zeiten von Facebook und Co. scheint Chromaroma auch kein Tabubruch mehr zu sein…

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Urbanes Sternegucken

Lichtverschmutzung wird zunehmend erster genommen und die Vermeidung als eine Teilaufgabe der Stadtplanung verstanden. Offensichtlichste Folge der permanenten Präsenz von Licht in der Stadt ist, dass man (fast) keine Sterne mehr sehen kann.
Aus diesem Grund hat der französische Künstler und Produktdesigner Oscar Ihermitte das Projekt »Urban Stargazing« initiiert.

The Urban Stargazing project focuses on bringing back the stars in the city sky by recreating existing constellations and adding new ones, narrating old and contemporary myths about London. Twelve groups of stars have been installed at different locations in the city, and can only be observed by the naked eye at night time.

Es gibt 12 verschiedene Sternbilder, die in London über Plätze oder in Parks gespannt werden und so Sterne in der Stadt wieder sichtbar machen. Neben einigen „Klassikern“, hat Ihermitte auch noch ein paar eigene Kreationen beigefügt. Da bleibt also nur die Frage, ob die Stadtbewohner überhaupt noch die Sternbilder ausreichend gut kennen und Inhermittes Erfindungen erkennen können. Schließlich sind nur die wenigsten regelmäßig sichtbar.

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Die fahrende Bicycle Library in London

Foto: Bicycle Library

Ein Fahrradkauf steht an. Doch was für ein Rad soll es sein? Eine Rennmaschine mit Dackelschneidern, ein gemütlicher Cruiser oder ein hippes Fixie-Bike mit abgesägter Lenkerstange? Wäre es da nicht praktisch, wenn man verschiedene Radtypen erst einmal Probefahren könnte? Sicher, ein ordentlicher Fahrradladen wird einem das schon ermöglichen, doch i.d.R nur für einen Moment und auch direkt mit Kaufverhandlungen verbunden. Ein entspannter Test unter Realbedingungen ist so kaum möglich.
Das haben sich auch ein paar Londoner gedacht und kurzerhand die »Bicycle Library« ins Leben gerufen. Ein umgebauter Doppeldecker-Stadtbus dient als mobiler „Bücherei“ für Fahrräder. Man kann aus sieben Radtypen auswählen und diese gegen einen Pfand ausleihen. Das Motto:

Take a bicycle out as you would a book.

Zur Auswahl stehen u.a. ein Faltrad, ein Single-Speed, ein Cargo oder ein Elektrofahrrad.
Neben der Ausleihe von Fahrräder gibt es im Oberdeck des Busses zudem eine echte Radbücherei, also Lektüre rund ums Thema Rad, einen Bereich mit Accessoires und Fahrradkleidung und in regelmäßigen Abständen gibt es Filmabende. Und es gibt die B.AMBULANCE, eine mobile Radreparaturstation ist also auch on-board.
Der Bus hat GPS-Tracking, so dass man immer per Google Maps sehen kann, wo er sich gerade in London befindet.

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What song are you listening to? – Sounds of the Cities!

Eine geniale Idee!!! Das wird um die Welt gehen oder wie es auf jetzt.de heißt: „Das Internet lebt zu einem großen Teil davon, dass eine simple, aber gute Idee in kurzer Zeit um die Welt gehen und viele Fans und Nachahmer finden kann. Es könnte sein, dass Tyler Cullen vor Kurzem eine solche Idee hatte.“

„What song are you listening to?“ war die simple Frage, die Cullen Menschen auf der Straße stellte. Daraus schnitt er ein Video zusammen und stellte dieses Ende Mai auf youtube: kurze Interview-Szenen und Sequenzen der jeweiligen Musik. Das macht richtig Spaß, auch weil der Mix so vielfältig ist und immer wieder überraschende Mensch-Song-Kombinationen auftauchen.

Und tatsächlich, die ersten Nachahmer sind bereits gedreht und erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. Hier ein Beispiel

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