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Schlagwort »Moderne«
Kunst & Kultur →

urbanoREVIEW – Sensual City Studio: A History of Thresholds

„How can an architect show what cannot be seen but only felt?“ fragen sich die Pariser Architekturphilosophen Sensual City Studio in ihrer täglichen Praxis. Mit ihrem Bildessay „A History of Thresholds – life, death & rebirth“ geben sie am Beispiel des architektonischen Elements der Schwelle eine denkbare Antwort auf diese Frage. Gleichzeitig erklären sie mit dem Lebenszyklus der Schwelle – life, death & rebirth – das Mensch-Raum-Problem der Moderne auf andere Art und schlagen die Neuerfindung der Schwelle als konkrete Lösung vor.

An der empfundenen Anonymität, der Distanz, Leere, Beliebigkeit und Unnahbarkeit moderner Stadtstruktur und Architektur, so suggeriert es der Essay in sorgfältig ausgewählten Bildern und kleinen, prägnanten Texten, sei das Verschwinden der Schwelle schuld. Man mag sofort anmerken, dass die Autoren – Pauline Marchetti [Architektin], Philippe Simay [Philosoph], Estefania Mompean [Urban Designer, Architekt] und Jacques Ferrier [Architekt und Stadtplaner] – mit diesem Hintergrundgedanken lediglich bekannte Topoi der Modernekritik aufrufen. Ihre Idee aber, diese so bildhaft an einem zu unrecht oft übersehenen architektonischen Element deutlich zu machen und die konsequente, poetisierende, klare und kluge Durcharbeitung des Narrativs Schwelle überzeugt und ist innovativ.

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Moderne in Haselhorst

Wer am Sonntag schon woanders ist, kann die Siedlung im Buch anschauen. Michael Bienert, Moderne Baukunst in Haselhorst, Berlin Story Verlag, 2015.

Wer am Sonntag schon woanders ist, kann die Siedlung im Buch anschauen. Michael Bienert, Moderne Baukunst in Haselhorst, Berlin Story Verlag, 2015.

1928 begann in Berlin-Haselhorst ein Experiment im Siedlungsbau: das größte Wohnungsbauprojekt im Berlin der Weimarer Republik sollte 12.000 Menschen zeitgemäßen Wohnraum bieten. Als Reichsforschungssiedlung – der Name geht auf die 1927 gegründete „Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen“ zurück – ist die Siedlung heute als Denkmal geführt. Damals sollten, ähnlich wie es heute wieder erforderlich ist, Lösungen für die drängende Wohnungsnot erarbeitet werden. Zu den Initiatoren der Gesellschaft gehörten die Reichstagsabgeordnete Marie-Elisabeth Lüders, Bauhaus-Gründer Walter Gropius und Architekt Otto Bartning. Die Reichsforschungsgesellschaft erarbeitete Vorschläge für die Optimierung von Wohnungsgrundrissen und förderte Untersuchungen beim Bau von modernen Siedlungen, wobei neue architektonische Ideen, Bautechniken, Baustoffe und Bauabläufe zu erproben waren.

Die Bauhaussiedlung in Dessau-Törten ist Inbegriff dieses Siedlungsbaus. Weniger bekannt ist die Siedlung in Haselhorst, obgleich sie das größte Projekt der Reichsforschungsgesellschaft ist. 1928 schrieb die Gesellschaft einen städtebaulichen Ideenwettbewerb aus, den Walter Gropius zusammen mit dem Ingenieur Stephan Fischer gewann. Gropius schlug eine Bebauung mit zehn- bis zwölfstöckigen Wohnzeilen vor, die sich allerdings nicht durchsetzen konnte. In Folge der Streitigkeiten zwischen Gropius und der Reichsforschungsgesellschaft wurde das 45 Hektar große Areal in mehrere Baublöcke aufgeteilt und Planungsaufträge an verschiedene Architekten vergeben: Paul Mebes, Paul Emmerich und Otto Bartning gehören zu den bekanntesten.

Bartning entwarf 1934/35 auch die Weihnachtskirche auf dem Areal. Am kommenden Sonntag, 10. Juni 2018, lädt die Otto Bartning-Gesellschaft zur Besichtigung von Weihnachtskirche, Siedlung und einer Musterwohnung aus der Entstehungszeit ein. Treffpunkt ist um 11:15 Uhr am Turm der Weihnachtskirche, Haselhorster Damm 54 in 13599 Berlin-Spandau.

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Max Beckmann und Berlin

Auch der Ausstellungskatalog kann sich sehen lassen.

Auch der Ausstellungskatalog kann sich sehen lassen.

Wie sehr die Großstadt Berlin einem Menschen den Kopf verdrehen kann, zeigt derzeit die Berlinische Galerie mit ihrer Schau „Max Beckmann und Berlin.“ Mit unterschiedlichen Schwerpunkten (Nachtleben, Liebe, mondänes Leben usw.) werden diese Facetten gezeigt und geben dabei – fast nebenbei – einen guten Einblick in die urbane Kunstwelt im Berlin der 1910er und 1920er Jahre.

Dass Berlin im Mittelpunkt steht, ist eigentlich ungewöhnlich, verbindet man Max Beckmann eher mit Frankfurt am Main, Amsterdam oder New York. Doch das Team um Kuratorin Stefanie Heckmann zeigt klar, dass sich Beckmann an Berlin gerieben und sich auch Berlin an ihm rieb. Das wilde Treiben in der Weltmetropole, die urbane Vielfalt, die sozialen Gegensätze – all das hat Max Beckmann in seinem Werk aufgegriffen.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 15.02.2016.

 

„Max Beckmann und Berlin“: Berlinische Galerie
Alte Jakobstraße 124-128, Mi–Mo 10:00–18:00 Uhr, Di geschlossen

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The Absent Column – Der Kampf um den Erhalt des Prentice Women’s Hospital

Chicago ist bekanntlich eine der architekturgeschichtlich bedeutsamsten Städte der Welt, zu mindestens, was das 20. Jahrhundert betrifft. Zahllose Architekturikonen sind in Chicago realisiert worden und viele bis heute noch zu bewundern. Leider ist es aber nicht allen Gebäuden so ergangen, so wie dem Prentice Women’s Hospital, das von 1972 bis 1975 nach Plänen von Bertrand Goldberg entstanden ist, der auch für den Komplex »Marina City« verantwortlich zeichnete.
Dieser rund 7-minütige Kurzfilm dokumentiert den Kampf um den Erhalt des Gebäudes und lässt dabei auch den Chef des Krankenhauses zu Wort kommen, der den geplanten Abriss zum Zwecke des Baus eines neuen Gebäudes verteidigt. Am Ende konnte er sich durchsetzen, denn im März 2013 gab die Stadt den Abrissplänen statt, der kurz darauf begann. Es steht zu hoffen, dass die Stadt zukünftig stärker den kunstgeschichtlichen Wert seines architektonischen Erbes erkennt.

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Nur für die echten Mies-Fans: Verlosung DVD und Blu-Ray Edition „Haus Tugendhat“

Anlässlich der heutigen Veröffentlichung der Edition „Haus Tugendhat“ wurden uns von Pandora Film Verleih freundlicherweise zwei mal die DVD und eine Blu-Ray Edition zur Verlosung überlassen. Die Editionen enthalten zum einen den Film „Haus Tugendhat“ (Rezension hier) und das Zusatzmaterial mit den Dokumentarfilmen „Haus Tugendhat – die Restaurierung 2010-2012“ (90 Minuten) und „Architekturfotografie, Mies van der Rohe und Neues Bauen“ (42 Minuten) (Rezension hier).

Bild 1

Leider ging die Verlosung sehr schnell und die drei Editionen sind schon weg. bitte nicht mehr teilnehmen!

Gewonnen haben Daniel aus München, Julia aus Düsseldorf und Anna aus Hamburg. Herzlichen Glückwunsch!

Wer die DVD oder BluRay Edition dennoch gerne haben möchte, kann sie ab heute kaufen oder bestellen:

DVD/BluRay Edition »Haus Tugendhat« Ein Dokumentarfilm von Dieter Reifarth
mit Daniela Hammer-Tugendhat, Ruth Guggenheim-Tugendhat, Ernst Tugendhat, Ivo Hammer u.v.a.
DVD-Release 29.11.2013
Vertrieb: PANDORA FILM GMBH & CO. VERLEIH KG
Webseite zum Film hier
Trailer hier
Webseite Haus Tugendhat hier
Webseite Verleih hier

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