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Schlagwort »Nachkriegsmoderne«
Städtebau & Architektur →

Steht auf!

Wie bereits in mehreren Artikeln auf unserem Blog berichtet, stehen zur Zeit in vielen Städten Deutschlands die Gebäude der Nachkriegsmoderne – seien es Bürogebäude, Regierungs- und Verwaltungsgebäude oder Kultureinrichtungen – auf dem Prüfstand bzw. auf der Abrißliste. Die Herzen, die für oder gegen einen Abrisses schlagen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Der Abriss des Frankfurter Stadthauses hinterlässt Stimmen wie „Endlich kommt es weg“ oder aber „Und schon wieder hat die Stadt einen tatsächlichen Zeitzeugen verloren“. Pläne mit Rekonstruktionsabsichten oder kompletten Neubauten siegen meist über das ehrliche Eingeständnis, dass man in den 1960er Jahren eben „hässlich“ gebaut hat. Glücklicherweise bleiben die Bürger aber nicht ruhig. Bereits in einigen Städten haben sich Initiativen gegründet, die sich für den Erhalt der Stadt mit all ihren Facetten und eben auch deren aus der Nachkriegszeit einsetzen: Frankfurt, Hannover, Bonn und Köln sind nur einige davon. Heute fand eine Sondersitzung des Kölner Stadtrates statt, die über eine Revision der Entscheidung zum Abriss des Schauspielhauses führen könnte… Vielleicht tut sich was in den Köpfen! Steht auf!

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Rückblick: urbanoFILMS # 12

Müthers Restaurant Seerose - steht noch in Potsdam. Filmbild aus "Für den Schwung sind Sie zuständig" (2003)

Gestern Abend, am 8. April 2010, veranstaltete urbanophil das 12. urbanoFILMS. Zu sehen war Margarete Fuchs‘ Film „Für den Schwung sind Sie zuständig“ über den Bauingenieur Ulrich Müther (1934-2007; Ahornblatt, Planetarien Prenzlauer Berg und Wolfsburg, Teepott in Warnemünde u.v.m.). Der Filmabend fand statt im Bierpinsel in Berlin-Steglitz im Rahmen der Reihe „schonungslos retro – urbanophil im Bierpinsel„.

Für alle die da waren und alle, die den Film mögen und alle, die Müther mögen, hat www.architekturvideo.de, die die Veranstaltungsreihe unterstützen, eine ganz besonders eindrucksvolle Installation entdeckt und gepostet, die Margarete Fuchs in Weiterentwicklung ihres Müther-Films gedreht und geschnitten hat. „Kaum da“ heisst der 6 minütige Film, in dem Margarete Fuchs Originalszenen von Aufbau und Abriss des Ahornblatts zeigt und diese unterlegt mit Ausschnitten aus der Tonspur des DEFA-Films „Spur der Steine“, in dem ein Baukollektiv an sich selbst und am DDR-System scheitert.

Die spannende Diskussion mit Margarete Fuchs und Tanja Seeböck zu Wert- und Wertschätzung von Ulrich Müther und der Nachkriegsmoderne in Ost und West kann bei Twitter nachgelesen werden.

Nächste Woche geht die Reihe weiter mit dem weltallerersten urbanoQUIZ.

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Die dritte Zerstörung

Mittlerweile mehren sich die Zeitungsartikel, die sich mit der akuten Gefährdung von Gebäuden der Nachkriegsmoderne kritisch auseinandersetzen. urbanophil berichtete vor einigen Wochen über die Beethovenhalle in Bonn, doch in Gefahr sind immer mehr Gebäude und Ensembles.
Dazu eine kleine Sammlung aktueller Artikel:

In diesem Zusammenhang sei auch ein etwas älterer (2007), aber dennoch sehr interessanter und aufschlussreicher Kommentar von Hans Stimmann empfohlen.

Video, Film & Fotografie →

Bau und Abriss – Das Berliner “Ahornblatt” von Ulrich Müther


Zeitgenössische Aufnahmen von der Baustelle sowie vom Abriss des berühmten Pavillons an der Leipziger Straße, unterlegt mit einer interessanten Tonspur (vielleicht aus dem Film “Spur der Steine”??). Schöne Collage.

Heute Abend: urbanoFILMS#12: „Für den Schwung sind Sie zuständig“ – Das Werk von Ulrich Müther, 20 Uhr im Bierpinsel

Mit freundlicher Unterstützung von

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Chicago – Stadt der Moderne

Ein persönlicher, unobjektiver Reisebericht
Chicago vom John Hancook Center aus

CTA Blue line, Jackson Blvd Station, die Türen gehen auf, ich bin in Chicago angekommen. Doch irgendwas stimmt nicht – eine innere Unruhe stellt sich ein. Ich bin müde, mir pfeifft die „Windy City“ heftig um die Ohren. Die Hochhäuser, die Dichte, die „L“ über mir wirken abstoßend, bedrohlich, ich sehne mich nach der europäischen Stadt, nach einer europäischen Stadt – von mir aus Itzehoe, irgendwoe. Ich irre herum, möchte einkehren, was essen, den Reiseführer um Hilfe bitten, finde aber nur Fast Food oder Schickimicki. Zweifel, Missmut – doch auf einmal tauchen sie vor mir auf: Die Mies van der Rohes, die Sullivans, die Goldbergs, die Fujikawas. Und ich blicke mich um, blicke nach oben, blicke genauer und weiß kaum noch, wo ich hinblicken soll. Und ich fasse Mut und Hoffnung – die Stadt wird die Reise wert sein!

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