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Schlagwort »Neue Mitte Berlin«
Kunst & Kultur →

Neues vom Schlossplatz…

Frühling in Berlin. Frühling auch auf dem Schlossplatz, wo der Rasen der Republik erneut ein kräftiges Zwischengrün annimmt. Archäologen suchen in alten Kellern nach Originalem, während in der nun fertig gestellten Humboldt-Box die gewünschte Kopie gepriesen wird. Auf dessen Ostseite bewirbt Audi unzeitgemäße fossile Mobilität, während sich davor Radfahrer an der komfortablen, hölzernen Wegeverbindung zwischen Breiter Straße und Unter den Linden erfreuen (keine Schlaglöcher!). Beim Vorbeifahren ertönt hier fiepende Klangkunst, finanziert mit österreichischem Geld. Es gibt Menschen, die derartige Geräusche für einen Tinitus halten. Schön ist immer noch der Rundum-Blick, manch einem gefällt er, andere verspüren ein starkes Verlangen nach DICHTE und haben Phantomschmerz.
Die Weite und das Grün strahlen Ruhe aus, all der Streit und die Diskussionen sind für einen Moment vergessen. War da was? Was war da noch…? Schloss, Palast, Volkspalast, Ruine, Denkmal, Streitobjekt, Humboldt-Forum, Schloss, Abriss, Palast, “Rückbau”, Zwischengrün, Wiederaufbau, Schloss, Humboldt-Forum, Herz, historische Mitte, historische Bedeutung, deutsche Geschichte, Schloss, Palast, Schloss……….? Wer soll da eigentlich noch mitkommen? Selbst die Botanik ist verwirrt…:

Städtebau & Architektur →

Vortrag Bruno Flierl: Vorwärts in die Vorvergangenheit – Die neue Berliner Mitte vom Lustgarten bis zum Alexanderplatz

In der Vortragsreihe “Akademie c/o” mit Seminaren zur “Raumproduktion in der Berliner Republik” wird diesmal über die Neue Mitte Berlins diskutiert.

“Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg sah sich die DDR 1949 vor die Aufgabe gestellt, im geteilten Berlin ihre Hauptstadt zu planen und die historische Mitte der Stadt – nun als azentral gelegenes neues Zentrum ihres Stadtgebietes in Ostberlin – zu entwickeln. Zu diesem Zweck verfolgte sie zwei Ziele: Herausbildung eines neuen zentralen Ortes von Staat und Gesellschaft in der Mitte der Stadt und Schaffung eines verkehrstüchtigen, zugleich repräsentativen Weges von Osten ins Zentrum als neue räumliche Durchwegung der Stadt: von der Karl-Marx-Allee über den Alexanderplatz und die Spreeinsel bis in die Straße Unter den Linden.
Seit 1991 zielt die Bundesrepublik im vereinten Berlin als ihrer neuen Hauptstadt – bei Akzeptanz des neuen Alexanderplatzes als dem Drehpunkt der entstandenen räumlichen Durchwegung der Stadt – auf den Rückbau der zentralen Bereiche zwischen Lustgarten und Alexanderplatz in die Vorvergangenheit: zuerst mit dem Beschluss des Deutschen Bundestages zum Wiederaufbau des Berliner Schlosses auf der Spreeinsel und neuerdings mit der verstärkten Propaganda einzelner Planer für eine Rekonstruktion der Berliner Altstadt zwischen Spree und Alexanderplatz.
Darüber sollte öffentlich diskutiert werden!”
Mehr Infos auch bei ARCH+.

Zeit: 9.Dezember 2009 um 19:00
Ort: Temporäre Kunsthalle Berlin, Schlossplatz

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