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urbanoQUIZchen#9: Stadtstrukturen

urbanoQUIZchen#9: Stadtstrukturen

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Frage 1
  Nach welchem Planungssystem wurde Piräus 476 B.C. neu gestaltet?
A
Agrippasisches Schema
B
Hippodamisches Schema
C
Aristotelisches Schema
Question 1 Explanation: 
Ganz sicher ist es nicht, ob Piräus von Hippodamos von Milet oder nur nach seinem Planungssystem neu gestaltet wurde: Klar ist, dass Piräus eine gerastertes Stadtstruktur - oder eben ein hippodamisches Schema - erhielt. Das hippodamische Schema hat ein orthogonales System aus gleichmäßigen und gleichgroßen Parzellen. Allerdings war Hippodamos nicht der Erfinder eines solchen Systems, es gab sie bereits viel früher im vorderen Orient. Allerdings erfuhr dieses System durch ihn große Verbreitung im Rahmen der griechischen Kolonisation.
Frage 2
Quelle: Wikimedia/Benh LIEU SONG, CC-BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Paris_Night.jpg

Quelle: Wikimedia/Benh LIEU SONG, CC-BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Paris_Night.jpg

  Georges-Eugène Haussmanns Modernisierung der mittelalterlichen Stadtstruktur Paris ist bis heute im Wesentlichen erhalten. Doch wann war das?
A
1806 bis 1833
B
1835 bis 1866
C
1853 bis 1870
Question 2 Explanation: 
Das System Haussmann umfasste neben der Anlage der für Paris so typischen Boulevards, den Bau des weltweit ersten umfassenden Kanalisationssystems, öffentlichen Parks, Denkmälern und Institutionen (wie der Oper) auch Vorgaben für die Gestaltung von Fassaden. Haussmann musste nach der Niederlage Frankreichs im Deutsch-Französische Krieg 1870 von seinem Posten zurücktreten, da er ein zu enger Vertrauter von Napoleon III. gewesen war.
Frage 3
  In der Neuen Welt wurden die ersten größeren Städte frühzeitig nach einem strengen Straßenraster angelegt. Wenn man so will, eine moderne Interpretation von Hippodamos. Bei Washington D.C., als Hauptstadt der USA, wurde das System um große Diagonalen - den Avenues - erweitert. Typisch für die USA ist dabei, dass die Straßen nummeriert werden. Oder alphabetisiert. Oder beides. Welches System der Straßenbenennung hat Washington D.C.?
A
Alphabetisiert, mit "richtigen" Straßennamen für die Avenues.
B
Nummeriert, mit "richtigen" Straßennamen für die Avenues.
C
Beides, mit "richtigen" Straßennamen für die Avenues.
Question 3 Explanation: 
Washington D.C. treibt die Rationalisierung der Straßenbenennung auf ein Maximum: Ausgehend vom Capitol im Zentrum, ist die Stadt in vier Quadranten unterteilt: North-West, North-East, South-West, South-East. Je Quadrant sind die Straßen in aufsteigender Nummerierung (Straßen in Nord-Süd-Ausrichtung) bzw. aufsteigendem Alphabet (Straßen in Ost-West-Ausrichtung) benannt. Daher muss immer auch der Quadrant mit angegeben werden, da man ansonsten in der völlig falschen Straße landen kann (z.B. 6th Street SW). Die Stadtstruktur von Washington D.C. geht übrigens auf den französischen Einwanderer und Architekten Pierre Charles L'Enfant zurück, dessen Entwurf von Paris, Amsterdam, Karlsruhe und Mailand inspiriert war.
Frage 4
  Brasília ist ohne Frage das Traumreiseziel eines jeden Stadtplaners und Architekten. Wenn das so ist, sollte die Antwort auf diese Frage nicht schwierig sein... Welche Assoziation wollte Lúcio Costa, der den Masterplan für Brasília erarbeitet hat, mit der Stadtstruktur wecken?
A
Ein Flugzeug
B
Ein Kreuz auf einer Landkarte
C
Ein Riesentukan, dem Nationalvogel Brasiliens
Question 4 Explanation: 
Zum Wettbewerb zu Brasília reichte Lúcio Costa einen Leitplan, den „plano piloto“ ein. Der Stadtgrundriss sollte ein Kreuz darstellen, das als Symbol der Markierung auf einer Landkarte verstanden werden sollte. Auf Grund der Topografie der Landschaft musste eine der beiden Achsen des Kreuzes gebogen werden, so dass vielfach die Assoziation eines Flugzeuges geweckt wurde.
Frage 5
  Welche sozialistische Modellsiedlung ist auf diesem Foto zu sehen?
A
Berlin-Marzahn
B
Halle-Neustadt
C
Leipzig-Grünau
Question 5 Explanation: 
Zu sehen ist Halle-Neustadt, der Modell-Plattenbaustadt der DDR. Alt-Halle hatte bereits vor dem 2. Weltkrieg das Problem, dass es sich auf Grund der Saale und der Eisenbahnstrecke übermäßig in Nord-Süd-Richtung ausdehnte. Mit dem Aufbau der petrochemischen Industrie in Leuna und Buna wurde ein erheblicher zusätzlicher Wohnungsbedarf geschaffen. 1958 wurde daher der Bau von Halle-Neustadt auf der westlichen Saale-Seite beschlossen. Baubeginn der „Sozialistischen Stadt der Chemiearbeiter“ nach Plänen von Richard Paulick war 1964. Die Planung sah eine aufgelockerte Bebauung mit hoher Wohndichte entlang der Magistrale in Ost-West-Richtung vor. Versorgungseinrichtungen wie Kaufhallen, Dienstleistungen, Kindergärten und Schulen sollten für alle in maximal zehn Minuten erreichbar sein. Im Gegensatz zu späteren Plattenbausiedlungen der DDR, wurde in Halle-Neustadt noch sehr großzügig geplant, so dass es neben großzügigen Grünanlagen und Kunst im öffentlichen Raum auch aufwändige Fassadenkunst gab (viele sind bis heute vorhanden!). Allerdings wurden leider auch viele Ideen der Planer aus Kostengründen nicht umgesetzt: So musste auf Tiefgaragen, ein Hotel oder ein Kaufhaus verzichtet werden. Und auch die Straßenbahnverbindung nach Halle-Altstadt wurde erst nach der Wende gebaut. So war Halle-Neustadt lange Zeit eine reine Schlafstadt für die Chemiearbeiter.
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