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Schlagwort »Sanaa«
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Mit Schirm, Charme und Tadao Ando – Regionalentwicklung auf japanisch.

Art House, gestaltet von Thomas Rehberger, auf der japanischen Insel Teshima.

Art House, gestaltet von Thomas Rehberger, auf der japanischen Insel Teshima.

August. Um 6.25 geht die Fähre nach Teshima, der Tag hat seine volle Hitze bereits erreicht. 35 Grad Celsius, 100% Luftfeuchte und eine Art Brise vom Pazifik hüllen die Wartenden ein. Es stehen japanische Besucher mit hellen Strohhüten und weißen Sonnenschirmen entlang der Markierung in einer Reihe, irgendwo stehen ein paar europäische Touristen herum. Die meisten folgen dem Rat des außerordentlich detaillierten Official Guidebook der Setouchi Triennale 2016 und tragen ebenfalls Hut, Handtuch um den Nacken und Rucksack auf dem Rücken. Die weiße Fähre legt an. Es sind weniger die in der Umgebung des Fährterminals angebrachten großformatigen Fotos von Häfen aus aller Welt – kleine Vorboten der Kunst, die uns auf den Inseln erwarten sollte – als das rostig-schaukelnde Quietschen des Schiffes, das in jedem von uns eine heimatliche Hafenerinnerung weckt und den Ort internationalisiert.

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Regenzeit in Sanaa (Jemen)

In unserer neuen Kategorie urbanoGUIDE möchten wir „die besonderen Orte, Geschichten und Gefühle, die man in Städten findet, zu sammeln.“ Für den ersten Beitrag in dieser Kategorie konnten wir Dipl.-Ing. Dirk Weiß gewinnen, der bei der CIM/GTZ als „Expert for Geographical Information Systems and Planning“ im Jemen arbeitet. In seinem Beitrag berichtet er über das städtische Leben in Sanaa in der Regenzeit.

Foto: Dirk Weiß

Es ist bereits Mittag, die Sonne steht hoch am Firmament. Hastig treibt es die Männer durch die überfüllten Straßen und engen Gassen der Stadt. Schnell noch kaufen sie kleine Bündel aus grünen Blättern und Zweigen. Es handelt sich um Kat, dem jemenitischen „Genussmittel“ erster Wahl und einer wichtigen Säule ihrer einzigartigen Kultur. Mit der kostbaren Ware unter dem Arm strebt ein jeder zu Freunden, um dort in extra Zimmern mit Matratzen, Kissen und niedrigen Fenstern, die Mafradj genannt werden, gemeinsam die Blätter zu kauen. Nicht wenige haben ein kunstvolles Mafradj (so etwas wie das jemenitische Wohnzimmer) auf dem Dach ihres Hauses. Von dort fällt ihr Blick durch die kleinen Fenster über ein Meer aus Minaretten, Moscheen und Häuserschluchten, das sich bis an die Bergketten am Horizont erstreckt. Kaum ein Baum ist auf der weiten Hochebene zu sehen, nur kahler, ockerfarbener, staubiger Boden und nackte Felsenriffe, die sich bis über 3000m aufschwingen. Von diesen Bergen versteckt und umschlossen liegt sie da: Sanaa, die Hauptstadt des Jemens, sagenumwobene Perle Arabiens.

Der trockene Horizont

Erst angeregt und später entspannt diskutieren die Männer in ihren Mafradjs über Allah und die Welt und oft über das Wasser und den Regen, von dem es so wenig gibt. Im milden Winter bleibt ihnen meist nicht mehr als bloße Erinnerung an Wolken, die sie sehnsüchtig am makellos blauen Himmel zu erspähen hoffen. Wenn sie dann schlafen gehen, trübt nichts den Blick auf die unzähligen Sterne. Keine Wolke, kein Regentropfen stört das Märchen aus Tausendundeiner Nacht.

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