Follow us on: Facebook · Twitter · RSS
 
Schlagwort »Shopping-Mall«
Kunst & Kultur →

Zu nah am Forschungsobjekt

Bekannt ist das Phänomen von hauptsächlich Jugendlichen, die ihr gesamtes gesellschaftliches Leben in die nächstgelegene Shopping Mall verlegt haben. Die Mall „Providence Place“ in Rhode Island/USA warb, vielleicht in Anspielung darauf, in einem Werbespot 2003 damit, wie schön es doch wäre gleich in ihr zu wohnen. Michael Townsend und 6 Künstlerkollegen namen dieses Gedankenspiel wörtlich und errichteten im folgenden Jahr im Parkhaus der Mall eine ca. 70qm große Wohnung, die sie bis zur Entdeckung durch Sicherheitsleute im Oktober dieses Jahres regelmäßig bewohnten.


(Quelle: Homepage von Trummerkind)

Das Projekt mit dem Namen „Trummerkind“ entwuchs dem Wunsch die Mall und das Leben als Konsument besser zu verstehen. Die Erfahrungen und Beobachtungen, die sie sammeln konnten, hoffen sie (und auch wir) bald mit einem größerem Publikum zu teilen.

(siehe auch: Artikel bei ABC News)

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Bunte Shopping-Welten

Shopping Malls gleichen bei uns wie ein Ei dem anderen. Beliebig austauschbar unterscheidet sich dieser Bautyp meistens nur in der Größe und in einer Wortkreation mit dem Anhängsel „Center“ oder „Arkaden“. (Eine große Sammlung amerikanischer Shopping Malls findet sich bei Malls of Amerika.)

Zwei ungewöhnliche Projekte zu diesem Thema scheinen uns jedoch erwähnenswert.

(links: Videovortrag von „The She-Zone“, Quelle: egender und eEducation; rechts: Eingang eines Ladies Shopping Centers, Quelle: homepage Dorit Margreiter)

Dorit Margreiter und Anette Baldauf beleuchten in ihrem Film „The She-Zone“ (der leider nicht online zu sehen ist) das Phänomen von Frauen-spezifischen Shopping Malls in Dubai. Vermarktet als Ort, wo Frauen befreit von Schleier und der Männer-dominierten Welt konsumieren können, musste die „She-Zone“ in Abu Dhabi schließlich aus Mangel an Kundschaft schließen. In einem Vortrag vom Mai diesen Jahres erläutern sie, warum das Konzept nicht funktioniert hat und schlagen dabei einen Bogen von Rem Koolhaas bis Deleuze. (bbc)

(Quelle: Homepage der Filmemacher)

In ihrem Filmmix „Czech Dream“ aus dokumentarischen und gespielten Szenen nehmen Vít Klusák und Filip Remunda den tschechischen Traum vom grenzenlosen Shoppen ins Visier. Sie initiieren eine Werbekampagne für ein bald eröffnenden Center auf der grünen Wiese. Zur Eröffnung strömen etliche Besucher an den Stadtrand, wo sie erfahren müssen, dass der ihr freudig erwartetes Einkaufsparadies eine potemkinische behangenes Baugerüst ist. Ihre Wut richtet sich danach gegen die beiden anwesenden Regisseure und Malleröffner. Der Film ist von diesem Jahr und derzeit auf Festivals zu sehen. (village voice, trailer, youtube)

Städtebau & Architektur →

Schloss wird zum Einkaufspalast – die Stadt Braunschweig zahlt 13,5 Mio. dazu

Vor genau einer Woche wurde „eines der größten und spektakulärsten Wiederaufbauprojekte in Europa“ (so der Entwickler ECE) fertig gestellt: die ehemalige Braunschweiger Residenz wurde als „Schloss-Arkaden“ eröffnet – ein Schloss mit einer integrierten Shoppingmall von fast 34.000 qm Verkaufsfläche. Entwickler dieses 200 Mio. Euro Projektes war der Center Entwickler ECE.
Das Schloss, 1840 erbaut von C.T. Ottmer und in den 60er Jahren wegen Kriegsschäden abgerissen, ist zu den „Schloss-Arkaden“ mutiert.

Arkaden gibt es im gesamten Bauwerk nicht, hinter dem Rundbogenportal bekommt man eine Multifunktionsdecke zu sehen, in Verbindung mit viel Glas, viel Granit und Rolltreppen. Nach Aussage der Jury war dieser Entwurf der Berliner Architekten Grazioli/ Muthesius „virtuos“.
Die Rekonstruktion der Schlossfassade, gebaut mit 600 ursprünglichen Steinen, wurde wohl nur vollzogen, um dem Namen „Schloss-Arkaden“ des Einkaufscenters gerecht zu werden – oder umgekehrt?!.

weiterlesen →

Städtebau & Architektur →

Podcast zur Braunschweiger Schlossfassadenrekonstruktion

„Und dann kommt man durch die Toreinfahrt und steht in einer ganz vulgären Shoppingmall. (…) Das ist die große Enttäuschung bei dieser Art Fassadenkonstruktion. (…) Und das Fatale ist, dass das Schloss auch eine Rückseite hat. Und die Architektur von Grazioli und Muthesius, zwei Berliner Architekten, für den Neubau ist schlechtweg ein Skandal zu nennen. Die Glaskiste von ihrer Rückseite ist vollkommen anti-urban, da will kein Mensch entlanglaufen, da gibt es auch keine Öffnung, und das finde ich richtig ärgerlich. Dass man so eine schöne Vorderfront hat, die Spaß macht, und dann so eine indiskutable Rückseite.“

(Architekturkritiker N. Bernau im Interview des Deutschlandradio Kultur)

Anschließend an unseren vorangegangenen Beitrag zum Wiederaufbau des Schlosses in Braunschweig, hier noch der Hinweis auf zwei interessante Beiträge im Deutschlandradio Kultur, die sich mit dem Braunschweiger Schlossaufbau beschäftigen. Zum einen das Interview mit dem Architekturkritiker Nikolaus Bernau, der zwar die Qualität des Wiederaufbau lobt („Es ist eine wirklich hervorragende Rekonstruktion!“), aber gleichzeitig kritisch den Neubau bewertet.

weiterlesen →

Themen