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Schlagwort »Stadtpolitik«
Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Es wird gekürzt! Städtebauförderung 2012 – Neues aus dem Bundestag

Im Bundestag wurde jetzt über die Städtebauförderung debattiert. Im letzten Jahr wurden die Mittel des Bundes für die Städtebauförderung um rund 150 Mio. Euro gekürzt. Die große Kritik an der Sparmaßnahme wurde von Urbanophil durch die Petition „Stadt fördern! Statt kürzen.“ unterstützt. Und jetzt wieder: Es wird gekürzt.

Die Mittel sinken um 10%, was allerdings durch ein neues KfW-Programm zur energetischen Stadterneuerung in Höhe von rund 90 Mio. Euro kompensiert werden soll. Die Argumentation von Peter Ramsauer zur neuen Mittelverteilung und die zum Teil emotionalen Zwischenrufe können in einem Videomitschnitt des Bundestages nachvollzogen werden. Sehenswert auch oder gerade, weil einige Fragen bleiben: Warum wird das Programm „Soziale Stadt“ im letzten Jahr drastisch gekürzt und jetzt als „segensreiches“ Programm bezeichnet und die Mittel wieder erhöht? Warum betont Peter Ramsauer in diesem Jahr die große Bedeutung der Städtebauförderung für die Wirtschaftskraft in den Kommunen, wenn doch im letzten Jahr der Eindruck entstand die Städtebauförderung sei überflüssig?

Weitere Infos und das Video aus dem Bundestag unter www.bmvbs.de

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Urban Futures 2050 – Jahrhundert der Städte


Bei der Konferenz Urban Futures 2050 kommen Stadttheoretiker, Stadtpolitiker, Planer und Architekten zusammen, um über Szenarien und Lösungen für das soeben begonne Jahrundert, das „Jahrhundert der Städte“ zu diskutieren. Der Übergang ins post-fossile Zeitalter steht dabei im Mittelpunkt der Tagung.

Auf welche Visionen der Stadtentwicklung bis 2050 können wir uns beziehen? Welche Entscheidungen müssen Akteure in Städten heute treffen, um eine lebenswerte urbane Zukunft zu ermöglichen? Kann es einen produktiven Know-how-Transfer zwischen sehr unterschiedlichen Stadttypen in Europa, den USA und in Schwellenländern geben? Wer sind die Agenten des Wandels? Welche Zielkonflikte müssen auf dem Weg zur post-fossilen Stadt bearbeitet werden?

Die Konferenz wird von der Heinrich-Böll-Stiftung und der Stiftung Bauhaus Dessau veranstaltet. Nähere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung (nur noch heute!) finden sich auf der Seite der Böll-Stiftung.

26.-27. Mai 2011, 8:45 am 26. bis 16 Uhr am 27. Mai
Heinrich-Böll-Stiftung Berlin
Schumannstraße 8, Berlin-Mitte
Teilnehmerbetrag: 40€, ermäßigt 20€
Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Stuttgart 21 – Teil 3

Stuttgart 21 – Teil 3: Von der städtebaulichen Ideenfindung zur Konkretisierung 1995/1996

Im Jahr 1995 begann die städtebauliche Ideenphase, in der im Anschluss an die Machbarkeitsstudie die Planungen zur Realisierung von Stuttgart 21 vorangetrieben wurden. Zur Klärung der noch unklaren bzw. vagen Aussagen aus der Machbarkeits-studie zur technischen Durchführbarkeit und Wirtschaftlichkeit folgte ein Beschluss der Stadt Stuttgart über ein „Vorprojekt“. Vorprojekte erlauben es den planenden Institutionen noch vor dem offiziellen Beschluss für ein Projekt bestimmte Summen ausgeben zu dürfen, um z.B. Gutachten in Auftrag zu geben oder Untersuchungen durchzuführen zu lassen. Im Rahmen des Vorprojekts wurde auch eine erste Bürgerbeteiligung in Form einer Ideenwerkstatt durchgeführt. Am 7. November, im Anschluss an die Vorstellung der positiven Ergebnisse aus dem Vorprojekt waren die Projektpartner (Deutsche Bahn AG, Bund, Land Baden-Württemberg, Stadt Stuttgart, Region Stuttgart/Mittlerer Neckar) sich über die Realisierung einig und unterzeichnet-en eine Rahmenvereinbarung über die zeitgleiche Realisierung von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm. Die Festlegung der Maximal-kosten für das Gesamtprojekt wurde auf damals 4,893 Mrd. DM taxiert.


Abb.: Feier nach der Unterzeichnung Quelle: www.stuttgart-blog.net

Mit dieser Unterzeichnung und damit der Manifestierung des politischen Willens Stuttgart 21 tatsächlich zu realisieren beginnt der parlamentarische Teil der Auseinandersetzung um das Projekt. Der Haken an der Einigung war jedoch, dass Oberbürgermeister Manfred Rommel die Unterschrift ohne die Rückversicherung im Stuttgarter Gemeinderat geleistet hat, der dann am 30. November, also knapp drei Wochen später, der Form halber darum gebeten wurde nachträglich über diese Unterschrift (die zu diesem Zeitpunkt schon Rechtsgültigkeit besaß) abzustimmen. Zurecht wunderten sich einige Gemeinderäte über das Vorgehen.

Teil 4 der Chronologie beschäftigt sich mit der Konkretisierung der Planungen, dem kooperativen Gutachterverfahren zur Findung eines städtebaulichen Rahmenplans und dem aufkeimenden Unbehagen einiger Bürger gegenüber Stuttgart 21.
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Stellplätze in der Stadt: 1 Auto = 6 Fahrräder

Fahrradständer von Adrien Rovero Studio

Der MIV hat mit ca. 100 Quadratmetern pro beförderter Person mit Abstand den höchsten Flächenverbrauch aller städtischen Verkehrsmittel (Tram = 3qm!). Dass die Nutzung des Umweltverbundes daher nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch im Sinne eines qualitativ hochwertigen öffentlichen Raums sinnvoll ist, sollte daher evident sein. Doch leider werden in unseren Städten Straßen immer noch anhand von Stellplatzkapazitäten bemessen. Es gibt kaum ein größeres Sakrileg als die Anzahl der Parkplätze zu reduzieren, um beispielsweise breitere Gehwege oder Stadtplätze anzulegen. Einzelhändler wittern ihren Untergang, Anwohner müssen womöglich etwas weiter zu ihrem Auto laufen – kurzum, kaum ein Lokalpolitiker wagt sich an dieses Thema, denn es ist unpopulär.
Um diesen Missstand zu demonstrieren hat das Adrien Rovero Studio einen Fahrradständer mit der Silhouette eines Pkw entwickelt. Der Fahrradständer hat auch die Ausmaße eines Autos, kann allerdings bis zu sechs Fahrrädern Platz bieten (und wahrscheinlich im Praxisbetrieb noch deutlich mehr). Im Straßenraum aufgestellt verdeutlicht es sehr schön, wie autofixiert die Verkehrsplanung in vielen Städten immer noch ist.

Ein ähnliches Projekt gibt es auch in Kopenhagen, dort allerdings als dreidimensionaler Fahrradschuppen, in dem die Räder auch wettergeschützt abgestellt werden können.

Die Frage nach der gerechten Verteilung des öffentlichen Raums unter den verschiedenen Nutzern wird übrigens nächste Woche auf dem Stadtforum Berlin diskutiert. Unter dem Motto „Füße Fahrrad Auto – Wer bekommt wie viel vom Straßenraum?“ wird u. a. Prof. Jan Gehl aus Kopenhagen dieser Frage nachgehen.

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Der Fakir von Paris

In den glattgeleckten Central Business Districts der Metropolen dieser Welt, wo die Wirtschaftsmacht in Bürotürmen versammelt ist, wo tagtäglich riesige Geldberge bewegt werden, ist das untere Ende der Gesellschaft nicht gerne gesehen. Obdachlose passen einfach nicht zu den glitzernden Hochhäusern mit ihren Granit-Plazas. Da aber Obdachlose offenbar nicht fähig oder willens sind, das Bedürfnis der Business-Elite unter sich zu bleiben, nachzuvollziehen, wurde der (halb-)öffentliche Raum und die Stadtmöbel so umgestaltet, dass ein „rumlungern“ von Obdachlosen möglichst unmöglich würde. Sitzbänke haben daher Armstützen erhalten, die ein liegen auf der Bank verunmöglichen sollen, Metallspitzen ragen aus Fensterbänken oder Poller stehen vor Schaufenstern.
Dass man sich aber von diesen Maßnahmen nicht vertreiben lassen muss, zeigt der Fakir von Paris, der in diesem Video sehr eindrucksvoll zeigt, dass man auch trotz dieser Schikane es sich ganz gemütlich im öffentlichen Raum der Downtown machen kann.

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