Follow us on: Facebook · Twitter · RSS
 
Schlagwort »Stadtpolitik«
Urbane Mobilität →

Stellplätze in der Stadt: 1 Auto = 6 Fahrräder

Fahrradständer von Adrien Rovero Studio

Der MIV hat mit ca. 100 Quadratmetern pro beförderter Person mit Abstand den höchsten Flächenverbrauch aller städtischen Verkehrsmittel (Tram = 3qm!). Dass die Nutzung des Umweltverbundes daher nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch im Sinne eines qualitativ hochwertigen öffentlichen Raums sinnvoll ist, sollte daher evident sein. Doch leider werden in unseren Städten Straßen immer noch anhand von Stellplatzkapazitäten bemessen. Es gibt kaum ein größeres Sakrileg als die Anzahl der Parkplätze zu reduzieren, um beispielsweise breitere Gehwege oder Stadtplätze anzulegen. Einzelhändler wittern ihren Untergang, Anwohner müssen womöglich etwas weiter zu ihrem Auto laufen – kurzum, kaum ein Lokalpolitiker wagt sich an dieses Thema, denn es ist unpopulär.
Um diesen Missstand zu demonstrieren hat das Adrien Rovero Studio einen Fahrradständer mit der Silhouette eines Pkw entwickelt. Der Fahrradständer hat auch die Ausmaße eines Autos, kann allerdings bis zu sechs Fahrrädern Platz bieten (und wahrscheinlich im Praxisbetrieb noch deutlich mehr). Im Straßenraum aufgestellt verdeutlicht es sehr schön, wie autofixiert die Verkehrsplanung in vielen Städten immer noch ist.

Ein ähnliches Projekt gibt es auch in Kopenhagen, dort allerdings als dreidimensionaler Fahrradschuppen, in dem die Räder auch wettergeschützt abgestellt werden können.

Die Frage nach der gerechten Verteilung des öffentlichen Raums unter den verschiedenen Nutzern wird übrigens nächste Woche auf dem Stadtforum Berlin diskutiert. Unter dem Motto „Füße Fahrrad Auto – Wer bekommt wie viel vom Straßenraum?“ wird u. a. Prof. Jan Gehl aus Kopenhagen dieser Frage nachgehen.

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Der Fakir von Paris

In den glattgeleckten Central Business Districts der Metropolen dieser Welt, wo die Wirtschaftsmacht in Bürotürmen versammelt ist, wo tagtäglich riesige Geldberge bewegt werden, ist das untere Ende der Gesellschaft nicht gerne gesehen. Obdachlose passen einfach nicht zu den glitzernden Hochhäusern mit ihren Granit-Plazas. Da aber Obdachlose offenbar nicht fähig oder willens sind, das Bedürfnis der Business-Elite unter sich zu bleiben, nachzuvollziehen, wurde der (halb-)öffentliche Raum und die Stadtmöbel so umgestaltet, dass ein „rumlungern“ von Obdachlosen möglichst unmöglich würde. Sitzbänke haben daher Armstützen erhalten, die ein liegen auf der Bank verunmöglichen sollen, Metallspitzen ragen aus Fensterbänken oder Poller stehen vor Schaufenstern.
Dass man sich aber von diesen Maßnahmen nicht vertreiben lassen muss, zeigt der Fakir von Paris, der in diesem Video sehr eindrucksvoll zeigt, dass man auch trotz dieser Schikane es sich ganz gemütlich im öffentlichen Raum der Downtown machen kann.

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Die Straßenbahn als Hotspot

Foto: Arnulf Sensenbrenner

Kostenloses W-LAN, stadtweit. Viele haben davon geträumt, in vielen Städten wurden Untersuchungen durchgeführt. Berlin hat vor einem Jahr seine Pläne für ein freies W-LAN begraben müssen. Zu groß seien die technischen Schwierigkeiten. Die Idee, die Straßenlaternen zu nutzen, scheiterte daran, dass in Berlin immer noch ein erheblicher Anteil der Laternen nicht mit Strom, sondern mit Gas betrieben werden.
Doch dass man deshalb nicht gleich den Kopf in den Sand stecken muss, zeigen nun die Florenzer Stadtabgeordneten: Wie La Repubblica berichtet hat Florenz gerade den Aufbau eines W-LAN-Netzes unter Nutzung der Straßenbahninfrastruktur ausgeschrieben. An den Fahrleitungsmasten, an Haltestellen und an den Fahrzeugen sollen leistungsstarke Sender installiert werden. Zunächst wird das Netz allerdings nur entlang der 7,5 km langen Trasse in einem Umkreis von ca. 200 m verfügbar sein.
Zum Vergleich: Das Berliner Straßenbahnnetz hat eine Länge von 190 km. Sollten also die verkehrlichen Gründe für einen Ausbau des Straßenbahnnetzes in den Westteil Berlins nicht ausreichen, könnte man ja das freie W-LAN-Netz zum Anlass nehmen, endlich Streckenverlängerungen in den Westen zu bauen…

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

I Wish This Was…

Ich wünschte, das hier wäre... (Klick für größere Ansicht)

New Orleans wurde bekanntlich vor fünf Jahren durch den Wirbelsturm Katrina stark verwüstet. Zwar wurde das French Quarter wieder pittoresk hergerichtet, weite Teile der Stadt sind allerdings immer noch gezeichnet von der Katastrophe. Viele Flächen, auf denen einst Häuser standen, liegen brach. Viele Läden wurden nicht wiedereröffnet – mitunter gibt es in einigen Quartieren noch nicht einmal mehr Supermärkte.
Um auf diesen Umstand hinzuweisen hat der New Orleanser Künstler und Stadtplaner Candy Chang Aufkleber gestaltet, die die Aufschrift „I Wish This Was“ tragen.

New Orleans is full of vacant storefronts and people who need things. My neighborhood is still without a full-service grocery store. So I made these fill-in-the-blank stickers to provide an easy tool to voice what we want, where we want it. Just fill them out and put them on abandoned buildings and beyond. The stickers are custom vinyl and can be easily removed without damaging property. It’s a fun, low-barrier tool for citizens to provide civic input on-site, and the responses reflect the hopes, dreams, and colorful imaginations of different neighborhoods.
– Candy Chang

In der Mitte der Aufkleber gibt es eine große Fläche, auf der die Bewohner der betroffenen Stadtteile ihre Wünsche aufschreiben können. Und anschließend können sie diese Aufkleber an Häuser, Zäune oder Stadtmöbel kleben, die in ihren Augen repariert, wiederbelebt oder umgestaltet werden müssten.

Städtebau & Architektur →

30 Jahre Kreisel-Tripper

Blick vom Kreisel während der Bauarbeiten; Man beachte den bereits frühzeitig wieder abgerissenen Skywalk zum Hermann-Ehlers-Platz! (Quelle: bildindex Kunst & Architektur)

Eigentlich ist der Titel dieses Artikels nicht ganz korrekt: Der Höhepunkt des Bauskandals um den Steglitzer Kreisel jährt sich in diesem Jahr bereits zum 36. Mal. Doch die Eröffnung des mit 119 Metern immerhin dritthöchsten Gebäude Berlins war vor 30 Jahren. Eine gute Gelegenheit einen Blick auf die Geschichte und die mögliche Zukunft des Gebäudes zu werfen.

weiterlesen →

nach oben ↑
Themen