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Schlagwort »Stadtpolitik«
Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Der Fakir von Paris

In den glattgeleckten Central Business Districts der Metropolen dieser Welt, wo die Wirtschaftsmacht in Bürotürmen versammelt ist, wo tagtäglich riesige Geldberge bewegt werden, ist das untere Ende der Gesellschaft nicht gerne gesehen. Obdachlose passen einfach nicht zu den glitzernden Hochhäusern mit ihren Granit-Plazas. Da aber Obdachlose offenbar nicht fähig oder willens sind, das Bedürfnis der Business-Elite unter sich zu bleiben, nachzuvollziehen, wurde der (halb-)öffentliche Raum und die Stadtmöbel so umgestaltet, dass ein „rumlungern“ von Obdachlosen möglichst unmöglich würde. Sitzbänke haben daher Armstützen erhalten, die ein liegen auf der Bank verunmöglichen sollen, Metallspitzen ragen aus Fensterbänken oder Poller stehen vor Schaufenstern.
Dass man sich aber von diesen Maßnahmen nicht vertreiben lassen muss, zeigt der Fakir von Paris, der in diesem Video sehr eindrucksvoll zeigt, dass man auch trotz dieser Schikane es sich ganz gemütlich im öffentlichen Raum der Downtown machen kann.

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Die Straßenbahn als Hotspot

Foto: Arnulf Sensenbrenner

Kostenloses W-LAN, stadtweit. Viele haben davon geträumt, in vielen Städten wurden Untersuchungen durchgeführt. Berlin hat vor einem Jahr seine Pläne für ein freies W-LAN begraben müssen. Zu groß seien die technischen Schwierigkeiten. Die Idee, die Straßenlaternen zu nutzen, scheiterte daran, dass in Berlin immer noch ein erheblicher Anteil der Laternen nicht mit Strom, sondern mit Gas betrieben werden.
Doch dass man deshalb nicht gleich den Kopf in den Sand stecken muss, zeigen nun die Florenzer Stadtabgeordneten: Wie La Repubblica berichtet hat Florenz gerade den Aufbau eines W-LAN-Netzes unter Nutzung der Straßenbahninfrastruktur ausgeschrieben. An den Fahrleitungsmasten, an Haltestellen und an den Fahrzeugen sollen leistungsstarke Sender installiert werden. Zunächst wird das Netz allerdings nur entlang der 7,5 km langen Trasse in einem Umkreis von ca. 200 m verfügbar sein.
Zum Vergleich: Das Berliner Straßenbahnnetz hat eine Länge von 190 km. Sollten also die verkehrlichen Gründe für einen Ausbau des Straßenbahnnetzes in den Westteil Berlins nicht ausreichen, könnte man ja das freie W-LAN-Netz zum Anlass nehmen, endlich Streckenverlängerungen in den Westen zu bauen…

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I Wish This Was…

Ich wünschte, das hier wäre... (Klick für größere Ansicht)

New Orleans wurde bekanntlich vor fünf Jahren durch den Wirbelsturm Katrina stark verwüstet. Zwar wurde das French Quarter wieder pittoresk hergerichtet, weite Teile der Stadt sind allerdings immer noch gezeichnet von der Katastrophe. Viele Flächen, auf denen einst Häuser standen, liegen brach. Viele Läden wurden nicht wiedereröffnet – mitunter gibt es in einigen Quartieren noch nicht einmal mehr Supermärkte.
Um auf diesen Umstand hinzuweisen hat der New Orleanser Künstler und Stadtplaner Candy Chang Aufkleber gestaltet, die die Aufschrift „I Wish This Was“ tragen.

New Orleans is full of vacant storefronts and people who need things. My neighborhood is still without a full-service grocery store. So I made these fill-in-the-blank stickers to provide an easy tool to voice what we want, where we want it. Just fill them out and put them on abandoned buildings and beyond. The stickers are custom vinyl and can be easily removed without damaging property. It’s a fun, low-barrier tool for citizens to provide civic input on-site, and the responses reflect the hopes, dreams, and colorful imaginations of different neighborhoods.
– Candy Chang

In der Mitte der Aufkleber gibt es eine große Fläche, auf der die Bewohner der betroffenen Stadtteile ihre Wünsche aufschreiben können. Und anschließend können sie diese Aufkleber an Häuser, Zäune oder Stadtmöbel kleben, die in ihren Augen repariert, wiederbelebt oder umgestaltet werden müssten.

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30 Jahre Kreisel-Tripper

Blick vom Kreisel während der Bauarbeiten; Man beachte den bereits frühzeitig wieder abgerissenen Skywalk zum Hermann-Ehlers-Platz! (Quelle: bildindex Kunst & Architektur)

Eigentlich ist der Titel dieses Artikels nicht ganz korrekt: Der Höhepunkt des Bauskandals um den Steglitzer Kreisel jährt sich in diesem Jahr bereits zum 36. Mal. Doch die Eröffnung des mit 119 Metern immerhin dritthöchsten Gebäude Berlins war vor 30 Jahren. Eine gute Gelegenheit einen Blick auf die Geschichte und die mögliche Zukunft des Gebäudes zu werfen.

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Stuttgart 21 – Teil 1

Teil 1: Zurück zur Nüchternheit der Fakten – um was geht es denn eigentlich?

Im Bundesverkehrswegeplan von 1985 ist der Beginn der Überlegungen zur Erneuerung der Infrastruktur auf den Strecken Mannheim – Stuttgart und der Ergänzungsstrecke zwischen Plochingen und Günzburg festgeschrieben. Primäres Ziel war es, die verworfenen älteren Planungen einer kompletten Neubaustrecke zwischen Stuttgart und München durch kostengünstigere Ergänzungen und Überbrückungen der bestehenden Trassen wieder aufzunehmen. Schwerpunkte waren die Befahrung der Strecke mit Reise- und Güterzugtypen im Mischverkehr und der Umbau in ein Hochgeschwindigkeitsnetz von damals 200km/h Reisege-schwindigkeit. Vor allem sollte die Geislinger Steige, eine lange Steigungsstrecke die bis heute nur geringe Geschwindigkeiten um 70km/h zulässt, für Schnellzüge befahrbar gemacht oder umfahren werden.

Einige Trassenvarianten wurden durchgespielt und schlussendlich die Heimerl-Variante präferiert, die schon 1988 eine Vision mit Trennung von Güter- und Regionalverkehr von Hochgeschwindig-keits-Reiseverkehr, Trassenführung entlang der Autobahn zwischen Stuttgart und München und einem Durchgangsbahnhof in Stuttgart vorsah. Diese Variante wurde 1992 per Kabinettsbeschluss der Baden-Württemberger Landesregierung recht-mäßig beschlossen und gleicht der heute zur Diskussion stehenden Variante.

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