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Schlagwort »urbanophiler Adventskalender«
Städtebau & Architektur →

Adventskalender Tag 5: Der U-Bahnhof Southgate in London

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Station Southgate, London. Fotograf Torsten Seidel

Architekturtouristen, die am Londoner Flughafen Heathrow in die Piccadilly Line steigen, kommen gleich auf ihre Kosten: Die U-Bahnhöfe Osterley, Boston Manor, Northfields und Acton Town gehören zu den Ikonen der sog. Klassischen Moderne in England. Ein kurzer Stopp an jeder Station lohnt sich. Denn obwohl ihr Architekt Charles Holden einen Grundtypus entworfen hatte, gleicht kein Bahnhof dem anderen. Der aufmerksame Europäer, wie der Engländer zu sagen pflegt, wird sich bei so manch einem Detail an die Heimat erinnert fühlen.

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Adventskalender Tag 4: Flughafen Paris-Roissy 1

Terminal 1 at Paris Roissy airport

Der Flug zurück nach Tegel, wo mein Tag früh, zu früh begonnen hat, verspätet sich unbestimmt. Das Bier, das die Wartezeit etwas erfrischen könnte kostet 6,50 €. Angesichts der Stimmungslage ist auch das irgendwie OK. Während ich am Ärger knabbere wandert mein Blick durch den Wartebereich und kurz darauf beginne auch ich zu wandern. Vom Satelliten laufe ich zurück in das Hauptgebäude von Terminal 1 des Flughafens Charles-de-Gaulle. Während es im Satelliten nur die Details in Form der Deckenverstrebungen sind, die meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, taucht man auf dem Weg ins Hauptgebäude wortwörtlich in die Technikmoderne ein. Ein wurmartiger Verbindungstunnel aus Spritzbeton schlängelt sich erst bergab, ein bisschen geradeaus, um dann den Reisenden in der Schaltzentrale dieses UFOs auszuspucken. Ich stehe in der Rotunde, deren verschiedenen Etagen mit Laufbändern verbunden sind, die stark an Pneumatische Röhren erinnern. Die runde Form des Gebäudes wird von der zackigen, kantigen Deckenabstützung kontrastiert, die dem Bau auch seinen Platz im Star Wars-Himmel der Architektur sichert. Ich staune und bin begeistert und treibe einige Male den Ring herum.
Anders als der kathedralenartige Bahnhof bei Terminal 3, dessen grob verschalte Sichtbetonästhetik durch fehlende Instandhaltung mittlerweile etwas bedrohliches hat, ist Terminal 1, das nach Plänen von Paul Andreu im Jahr 1974 entstand, eine zeitlose Skulptur der Technikmoderne. Ich stelle fest und bedauere es, dass heutige Flughafenbauten nur noch selten derart visionär sind.
Mittlerweile hat das Boarding begonnen und ich freue mich, hier weg und nach Hause zu kommen. Und zugleich hoffe ich, dass dieses wunderbare Flughafengebäude noch in vielen Jahren mich hier in Paris erwarten wird.

Weitere Flughäfen, an denen es sich aus denkmalpflegerischer Perspektive evtl. lohnt mal zu stranden haben wir Euch hier zusammengestellt.

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Adventskalender Tag 3: Stadtbad Prenzlauer Berg

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Portal des Stadtbads Prenzlauer Berg, Fotograf Stephan Müller

Im Februar 1902 konnte nach einer dreijährigen Bauzeit das Stadtbad Prenzlauer Berg in Betrieb genommen werden. Das von Stadtbaurat Ludwig Hoffmann (*1852 Darmstadt †1932 Berlin) errichtete Stadtbad im Prenzlauer Berg war das fünfte seiner Art in Berlin. Dass die preußischen Kommunen überhaupt Volksbadeanstalten bauten, hatte mit den katastrophalen hygienischen Verhältnissen in den Industriestädten zur Zeit der Industriellen Revolution zu tun.

Diese begünstigten Choleraepidemien, denen tausende Städter zum Opfer fielen, allein in Berlin starben im „Cholerajahr“ 1866 über 5.000 Menschen an der Infektion. Die sich in dieser Zeit bildenden Vereine der so genannten Hygienebewegung hatten sich die Errichtung bezahlbarer Volksbäder als Ziel gesetzt. Die städtischen Kommunen übernahmen die Aufgabe, die Daseinsvorsorge wie Wasserver- und -entsorgung, Straßenreinigung, Gas- und später auch die Stromversorgung für Ihre Bürgerschaft zu gewährleisten und waren auch verantwortlich für die Errichtung von günstigen Reinigungsanstalten für die Stadtbewohner.

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Adventskalender Tag 1: Tierversuchsanstalt der FU Berlin

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Forschungseinrichtung für Experimentelle Medizin; Quelle: www.findingberlin.com

Als im Jahr 1973 der junge Regisseur George Lucas das Drehbuch zu Star Wars zu schreiben begann, der erfolgreichsten Science-Fiction-Produktion der Kinogeschichte, da lagen in Berlin bereits die fertigen Pläne für ein Gebäude vor, dessen martialische Außenform frappierend an die „Imperial Star Destroyer“ erinnert. Das Dampfer-Motiv der Architektur der klassischen Moderne wurde in diesem Bauwerk in Richtung eines futuristischen Kriegsschiffes uminterpretiert: Die schrägen, mit Betonplatten gepanzerten Wände scheinen dafür konzipiert zu sein, Geschosse abzulenken. Bei den schmalen Sichtschlitzen mit ihren Augenliedern aus Beton könnte es sich auch um Bunkeröffnungen handeln. Und nicht zuletzt die aus der Fassade abstehenden Rohre verleihen dem Gebäude das Aussehen einer waffenstarrenden Kriegsmaschine.

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Advent, Advent, ein Lichtlein brennt!

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Oper in Kopenhagen, Foyer. Fotografin: Galene Haun

Dem Vorweihnachtlichen Gedusel können wir uns nur schwerlich entziehen und somit tauchen auch wir in die Weihnachtszeit ein. Und damit es hier nicht nur weihnachtlich sondern auch urbanophil zugeht, präsentieren wir Euch in den nächsten 24 Tagen unsere ganz persönlichen urbanen Lieblingsstücke. Jeden Tag aufs Neue öffnet ein Haus oder ein Ort sein Törchen – virtuell auf unserem Blog – manchmal sogar mit Tips zur individuellen Besichtigung. Der urbanophile Adventskalender. Weitere vorweihnachtliche Überraschungen werden folgen, seid gespannt!

An dieser Stelle möchten wir uns schon einmal jetzt bei allen Mitwirkenden bedanken!

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