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Schlagwort »Warschau«
Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Farbfotos vom zerstörten Warschau

Direkt nach dem 2. Weltkrieg sind amerikanische Stadtplaner und Architekten auf eigene Kosten nach Europa gereist, um den Wiederaufbau der Städte zu analysieren. So heißt es beispielsweise in einer kleinen Zeitungsmeldung aus der New York Times von 1947:

Things are happening in Europe, due to the circumstances of destruction, which force a much deeper planning analysis. […] Mr. field said he was surprised to find a complete absence of „doctrinaire rigidity“ in Polish planning, which he described as extremely humanistic.

Bereits der erste Wiederaufbau weist also den Weg in Richtung Nachkriegsmoderne.
Bei Facebook gibt es ein Fotoset mit Farbfotos von Warschau, das von den Deutschen dem Erdboden gleich gemacht wurde. Die Fotos, der amerikanischen Delegation haben eine erstaunlich hohe Qualität, so dass ihre Wirkung deutlich verstärkt wird und der Schrecken des Kriegs überdeutlich wird.

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Warszawska Praga – Der Eingang nach Praga

Praga ist ein Stadtteil Warschaus, östlich der Weichsel gelegen, der im krassen Kontrast zum immer heller glitzernden Zentrum bislang einem Status Quo harrt. Praga ist arm, unsaniert, gilt als gefährlich, hat aber im Gegensatz zum Westufer eine weitestgehend intakte Gründerzeitbebauung. In Praga gibt es die interessantesten Klubs der Stadt. Insbesondere junge Architekten beginnen den Stadtteil zunehmend für sich zu entdecken und nutzen. Die ersten Galerien gibt es schon. Vielleicht wird es mal der Prenzlauer Berg Warschaus.
Im Moment ist Praga aber noch so rau, wie es immer gewesen ist. Um die schönen Seiten Pragas zu entdecken, gibt es nun das Informationsportal »Warszawksa Praga« im Internet, das auch auf Englisch über die Sehenswürdigkeiten, Events und Termine und verschiedenen Angebote informiert. Die Webseite basiert auf einem Stadtteilführer, der als Buch erhältlich ist.

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Projekt Warszawiak: Wiederentdeckte Warschauer Straßenlieder

Das »Projekt Warszawiak« hat sich zum Ziel gesetzt, alte polnische Straßenlieder wiederzuentdecken. Die Initiative, die aus jungen polnischen Künstlern besteht, „modernisiert“ die Songs mit zeitgenössischen Beats und Samples. Im Mittelpunkt steht dabei die Geschichte der Stadt Warschau, die von der Gruppe wie folgt beschrieben wird:

„Warschau ist eine Stadt mit einem gebrochenen Rückgrat, zerstört und hässlich mit einem lieblosen Charakter, die aber dennoch Respekt verdient. Nur wenig authentische Spuren der Geschichte sind verblieben. Diese zu entdecken ist aber um so wertvoller und muss mit anderen geteilt werden.“

Mit ihrer Arbeit will die Initiative den Vorkriegs-Straßenkünstlern Tribut zollen, die den Charakter Warschaus maßgeblich mitgeprägt haben.

Der Song oben basiert auf einem Text von Albert Harris. Im Video tritt der Darsteller als diverse überzeichnete Stereotypen auf – bis hin zur Seejungfer, also dem Stadtwappen Warschaus, als Prostituierte.

Eine alte Fassung des Textes als Volkslied von Stanislaw Grzesiuk gibt es hier.

Weitere gecoverte Songs von Projekt Warszawiak finden sich auf ihrem MySpace-Profil.

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Neuer Masterplan für Warschaus Zentrum

So könnte Warschaus Zentrum zukünftig aussehen

Seit 20 Jahren (oder noch länger) wird in Warschau über den Umgang mit dem Kulturpalast und dem städtebaulichen Umfeld gestritten. Es gab schon mehrere Anläufe, eine Planung für die umgebende Bebauung des Kulturpalastes zu finden (zuletzt bspw. der Masterplan von 2004). Im November 2010 wurde nun ein überarbeiteter Masterplan beschlossen. Demnach dürfen an der Straße Emilia Plater, an die die Sockelbauten des Kulturpalastes angebaut sind, drei Hochhäuser entstehen. Zwei dieser Wolkenkratzer dürfen höher als der Kulturpalast (230 m) gebaut werden (bis zu 245 m), das dritte etwas niedriger. Bereits heute gibt es westlich Hochhäuser, die annähernd die Höhe von Kulturpalast haben – zukünftig noch ein weiteres nach Plänen von Daniel Libeskind.
Im Inneren des Areals dürfen weitere Hochhäuser gebaut werden, die allerdings deutlich niedriger als der Kulturpalast sein müssen (max. 140 m).
Das gesamte Areal soll sich zu den Straßen Aleje Jerozolimskie (südl.) und Marsza?kowska (östl.) mit einer etwa 6-geschossiger Blockrandbebauung in die umgebenden Straßenzüge einpassen. Darunter wird auch das neue Warschauer Museum für zeitgenössische Kunst nach Entwürfen von Christan Kerez sein.
Die heute noch dominierenden Parkplätze auf dem Gelände sollen zu attraktiven Stadträumen umgestaltet werden – sofern die Flächen nicht gleich mit an Investoren veräußert werden.

Und um allen die neuen Pläne schmackhaft zu machen (wohl vorrangig den Investoren), wurde eine wirklich schicke 3D-Animation erstellt.

Nun kann man zwar nicht behaupten, dass der aktuelle Zustand mit großen Beton-Einöden und Parkplätzen sehr befriedigend ist, allerdings erscheint dieses „Warszawa-Manhattan“ etwas zu hoch gegriffen. Zwar ist der Kulturpalast auf Grund der unverändert belasteten Beziehung zwischen Polen und Rußland weiterhin heftig umstritten und es gibt auch immer noch eine beachtliche Zahl an Abrissbefürwortern, allerdings ist er unbestreitbar die zentrale Landmarke Warschaus. Der neue Masterplan lässt den Kulturpalast nun in einer Skyline von beliebiger Hochhausarchitektur im internationalen Stil untergehen.

> Weitere Renderings und ausführliche Informationen auf Polnisch

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Der Brutalo aus Kattowitz

Der Bahnhof Katowice kurz nach Eröffnung

Nicht nur Deutschland hat eine Bahnhofsdebatte. Auch in Polen wird derzeit leidenschaftlich über Bahnhöfe gestritten. Die Fußball-Europameisterschaft steht vor der Tür und die Modernisierungs-, Abriss- und Neubauarbeiten sind in vollem Gange. Allerdings nicht immer zur Freude der Bürger…

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