Follow us on: Facebook · Twitter · RSS
 
Einzelansicht
aktuelle Termine →

Licht zwischen zwei Buchdeckeln

Blick  in die Kirche Maria Regina Martyrum in Berlin-Charlottenburg.

Blick in die Kirche Maria Regina Martyrum in Berlin-Charlottenburg.

Terminempfehlung für Freund_innen moderner Architektur: Der frisch erschienene wissenschaftliche Aufsatzband „Licht – Material und Idee im Kirchenbau der Moderne“ wird am Donnerstag, 27.4. auf der Orgelempore der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche vorgestellt.

Dabei sprechen Pfarrer Martin Germer (Berlin), Anna Minta (Linz) und Ralf Liptau (Berlin). Los geht’s um 18.30 Uhr.

Bildquellen

  • _MG_5650: Martin Zalewski

Metadaten


2 Kommentare
  1. Immaterieller Kirchebau.

    Das ist ein wundervoller Ansatz, den dieses Buch verfolgt!

    Gerade in Berlin gibt es ein spannendes Spektrum an Konzepten, aus Licht Kirchen zu bauen. Die abbgebildete Kirche Maria Regina Marthyrum ist ein grandioses Beispiel, ebenso die Gedächtniskirche. Das passt gerade im Kirchenbau. Denn Lichtmetaphoriken spielen ohnehin im Christentum eine große Rolle.

    Ich sehe im Baumaterial Licht aber noch eine andere Symbolik. Die Entmaterialisierung des Kirchenbaus. Die Ent-Monumentalisierung des Kirchenbaus. Licht als Baumaterial ist da nur ein Beispiel. Klangräume, Dufträume, etc. könnten andere Beispiele sein. Oder Gemeinde-Versmmlungen offen im öffentlichen Raum – ganz ohne Kirche. In Friedrichshain gibt es das Konzept der projetkt:kirche, diese Initiative kommt ganz ohne Kirchenbauten aus: Gottesdienste in Clubs, in Hotel-Lounges etc … Gottesdienst als subkulturelle Zwischennutzung.

    Ein anderes weniger radikales Konzept der Ent-Monumentalisierung ist die Bescheidenheit von Notkirchen (z.B. Otto Bartnings Notkirchenprogramm). Ostentative Armut statt demonstraitiver Reichtum.

    All das passt gerade in unsere Zeit, ins 20. und 21. Jahrhundert. Das Christentum wird befreit von der Koalition mit der Macht und mit dem Mainstream. 1600 Jahre war Christentum in Eutopa Mainstream. 1600 Jahre wurde die provokante Botschaft von radikaler Liebe, Vertrauen, Vergebung und Versöhnung durch Geld- und Machtinteressen immer wieder überschattet. Aus dem Blickfeld geriet all zu oft, dass Jesus auf der Seite der Armen, Schwachen und Entrechteten stand. Das Modell einer Kirche der Macht und Stärke bricht in Europa gerade zusammen. Christentum wird zur Minderheitenkultur, zur Szene unter Szenen in einer pluralistischen Gesellschaft. Übrig bleiben die leidnschaftlich Glaubenden. Nicht alle Christen sehen das als Befreiung, aber ich denke, es ist eine Befreiung. Zurück zum Kern. Back to the roots.

    Immaterielle Kirchenarchitektur inszeniert das geradezu. Immaterielle Kirchenarchitektur steht in der Tradition der Bibel. In der Bibel wird ja die Gemeinde der Tempel Gottes genannt. Ein lebendiger Temepel. Ein Konzept für eine Architektur ohne Bauen.

    Sören Hühbnlein | m.a.l.v.

  2. Wunderbare Lektüre, der Kommentar von Sören Hühblein. Sicherlich wären ein Paar evolutionspsychologische Überlegungen zum Thema : MENSCH, LICHT, GLAUBE und RAUMNUTZUNG, PERSON – UNWELT DIALEKTIK. Die Person – Unwelt Dialektik verdient besondere Aufmerksamkeit. Wenn eine Person sich etwas aus ihrer Umwelt aneignet und es, z. B. durch Nutzung oder Bearbeitung, zu etwas Eigenem macht, spiegelt der angeeignete Gegenstand sozusagen die Aktivität dieser Person wider. Dadurch verändert
    sich wiederum auch der darauf einwirkende Mensch, der nämlich bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickelt und sich selbst mit diesem Fähigkeiten in dem Gegenstand verwirklicht. Es ist also ein Prozess, der in beide Richtungen wirkt.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Themen