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Urbane Mobilität →

Zur Geschichte des Radweges in den Niederlanden

http://www.youtube.com/watch?v=NrqG0DqkSlw

(via: copenhagenize.com)

Ein wirklich gutes und sehr informatives Video über Radwege in den Niederlanden. Ausführlich wird erklärt, warum die Infrastruktur für Radfahrer dort die weltweit beste ist und vor allem wieso sie sich so entwickelt hat. Dafür wird tief in die Historie zurückgegangen und die verschiedenen Herausforderungen im Laufe der Zeit beleuchtet (z. B. natürlich auch die zunehmende Motorisierung). Das Video zeigt Beispiele für Radwege aus verschiedenen Jahrzehnten, die das jeweilige Planungsverständnis der Zeit widerspiegeln. Besonderes Augenmerk sollte man auf die aktuellen Wege lenken, denn in den Niederlanden sind seit einigen Jahren „Fahrradautobahnen“, speziell für Pendler auf Langstrecken ein heißes Thema, um den Radverkehr noch weiter zu fördern. Zumindest erwähnen sollte man aber auch, dass nach heutigem Forschungsstand Radverkehrsinfrastruktur auf der Straße als die sicherste gilt, weil die meisten Unfälle nämlich an Kreuzungspunkten geschehen. Was man in diesem Zusammenhang noch erwähnen könnte: Kürzlich hat es ein wegweisendes Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes gegeben, welches die bundesweit noch weit verbreitete Anordnung von Radwegebenutzungspflichten als den absoluten Ausnahmefall festlegt – aber dazu vielleicht ein ander mal ausführlicher. Zunächst einmal viel Spaß mit dieser schönen Videoproduktion…

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3 Kommentare
  1. Also, ich muß mal loswerden, daß die Radwege in Amsterdam fantastisch vor dem Autoverkehr geschützt sind, aber auf den Radwegen selber so ein heilloses, für uns unermessliches, Chaos herrscht, daß das Sicherheitsgefühl gleich wieder rapide sinkt.
    Wer sich hier (Berlin) über die „rücksichtslosen“ Fahrradkuriere etc. aufregt, hat noch nie niederländische Muttis im Berufsverkehr erlebt!

    Aber ansonsten ist das System insgesamt extrem beeindruckend. Zwar wurde in Deutschland festgestellt, dass die Radwege auf Straßen am sichersten sind, aber in den Niederlanden haben die Radwege eine ganz eigene Ampelschaltung, sind physisch von der Straße getrennt. Es ist also fast unmöglich, von wenig umsichtigen Rechtsabbiegern mitgerissen zu werden.

    Wenn man dann noch den Rest des Verkehrssystems (zumindest in Amsterdam) betrachtet: Fast ausschließlich Straßenbahnen, die das etwas lückenhafte U-Bahn-Netz ergänzen, kaum Busse in der Innenstadt. Ausgedehnte SharedSpace-Areale im Grachtengürtel, die zwar etwas gewöhnungsbedürftig sind, aber wirklich gut funktionieren. Man kriegt das Gefühl, dass sich niemand im Verkehrsfluß minderwertig fühlt.

    Ein Wochenende in Amsterdam wäre definitv ein lohnenswertes Praktikum für alle Verkehrspolitiker in unseren Gefilden. Und die, die dann immer noch zusätzlich cholerische Anfälle und Geltungssucht bekommen, können sich ja nebenbei noch über das niederländische Weiche-Drogen-System informieren und eine Coffeeshop-Tour mitbuchen ;)

  2. Hallo Maxoo,

    vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Ich war leider bislang noch nicht in Amsterdam, werde das aber mit Sicherheit bald mal nachholen… Trotz der auch in den NL noch vorhandenen Problemen, das Land gehört neben Dänemark zu den sichersten Ländern zum Fahrradfahren überhaupt: http://www.cyclehelmets.org/

    Ein lohnenswertes Praktikum ist auch ein Besuch in Kopenhagen – nach meinem persönlichen Eindruck haben die dort auch nicht so ein großes „Rüpelmutti-Problem“ – ich war jedenfalls extrem beeindruckt davon, wie weit verbreitet Handzeichen geben und generell das Befolgen von Verkehrsregeln war.

    Wenn man diese „Best-Practice“-Beispiele sieht (die sicherlich alle auch ihre eigenen Probleme haben), ist klar, was für einen weiten Weg Deutschland bei dem Thema noch zu gehen hat (aber auch, was möglich ist!!). Gerade die Gleichwertigkeit der verschiedenen Verkehrsteilnehmer ist hier bislang kaum gegeben – die aktuelle Tempo 30-Debatte in Berlin hat ja sehr deutlich gemacht in welche Richtung die Reflexe hier noch laufen… — aber zum Glück verändert sich hier ja gerade auch einiges!!

  3. […] von guter Radverkehrspolitik haben wir an anderer Stelle schon häufiger berichtet, z. B. hier, hier und hier. […]

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