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urbanoREISE#2 – Montréal

Mondays in Montréal

Downtown Montréal

Downtown Montréal

Montag, früher Nachmittag in Montréal. Bevor mein Zug zurück nach Toronto geht, nehme ich mir noch ein bisschen Zeit, die Tage hier Revue passieren zu lassen. Fangen wir am Besten dort an, wo ich gerade sitze – im Second Cup Café an der Rue Sainte Caterine, Ecke Rue Stanley. Vor mir eine typische Straßenkreuzung, an der die Montréaler Mischung (Industrie – Hochhaus – Moderne) gut zu beobachten ist. Die Sonne scheint, draußen lässt sich das städtische Treiben an einer der vielen Shopping-Straßen der Stadt beobachten. Alle haben die Sonnenbrillen gezückt, alle sehen unglaublich gut aus. Eine Stadt mit Swag und Style. No doubt about that!

Ich komme in St. Henri unter, einem ehemaligen Fabriken- und Arbeiterquartier in Innenstadtlage, in dem es gerade ordentlich gentrifiziert. Hippe Restaurants eröffnen neben komplett leer stehenden Gebäuden, Street Art an den Brandwänden, Baustellen für neue Condos (Condominiums), Klamotten, Spätis, alles war nötig ist. Dennoch ist der Stadtteil von einer gewissen Unordnung bestimmt, die dafür sorgt, dass er immer noch er selbst zu sein scheint.

 

Typischer Wohnhäuser in Montréal

Typische Wohnhäuser in Montréal

 

In der Rue Notre-Dame in St. Henri

In der Rue Notre-Dame in St. Henri

Um die Stadt kennen zu lernen und anzukommen, empfiehlt es sich bei gutem Wetter am Canal de Lachine nach Downtown zu Fuß zu gehen. Von. St. Henri dauert es gute zwei Stunden, in denen man entlang einer beeindruckenden Industrielandschaft mit zahlreichen noch erhaltenen Fabrik-Komplexen einen Eindruck davon bekommt, wovon diese Stadt in früheren Zeiten gelebt hat und welcher Wandel sich bereits vollzogen hat. 2002 wurde der Canal de Lachine zu einem der wichtigsten Naherholungsgebiete der Stadt entwickelt. Laufen, Rad fahren, Spazieren, Picknick, Sonne tanken und im Sommer wohl auch auf dem Wasser – es gibt zahlreiche Angebote für alle am Kanal. Eine Pause bietet sich am Atwater Market an – nicht nur baulich eine Kathedrale des guten Essens. Angeblich gehen die Chefs der besten Restaurants in Montréal dort ihre Zutaten einkaufen.

Atwater Market

Atwater Market

 

Am Canal de Lachine

Am Canal de Lachine

Place du Canada

Place du Canada

Am Bassin Peel mündet der Kanal in den Vieux Port Montréal. Auch wenn die industriellen Hoch-Zeiten mit innerstädtischen Fabriken vorbei sind, noch immer ist die Waterfront industriell genutzt und geprägt. Sie bildet einen angenehmen Kontrast zum CBD mit eleganten und abwechslungsreichen Hochhäusern und dem pittoresken und touristisch geprägten Vieux Montréal. Das Wahrzeichen im Hafen ist die Farine Five Roses Getreide-Mühle mit dem großen roten Schriftzug, der seit 1948 an dieser Stelle besteht, aber bereits eine abwechslungsreiche Geschichte hinter sich hat. Die Mühle ist immer noch in Betrieb.

Farine Five Roses Mühle im Hafen von Montréal

Farine Five Roses Mühle im Hafen von Montréal

Entlang der Promenade geht es zum Vieux Port. Dort befindet sich auch das Bota Bota Spa sur l’eau, ein hübsches Spa auf einem Schiff mit Ausblick auf die Landschaft aus Malz- und Getreidespeichern, St. Lorenz Strom und habitat `67. Zum Abschluss des Tages und schon wieder auf dem Weg Richtung St. Henri lohnt sich besonders donnerstags das 3-Gang-Menü im Restaurant EVOO (37 CAD), das mit regionalen Produkten kocht.

Stadtstrand mit Molson Brauerei im Hintergrund

Stadtstrand mit Molson Brauerei im Hintergrund

Bota Bota Spa mit habitat '67 im Hintergrund

Bota Bota Spa mit habitat ’67 im Hintergrund

Montreal Vieux Port

Montréal Vieux Port

Bei schlechtem Wetter: Museen, Filme, Nudelsuppe, Metro fahren

Während meines Aufenthaltes Ende März schneit es und die Reste des Montréaler Winters sind noch zu sehen. Die Sommer sollen sehr schön sein, aber die Winter sind lang und gehen von Herbst bis Frühling. So fühlt es sich zumindest an. Es kann auch zu dieser Jahreszeit noch lausig kalt und unangenehm nass sein. Auch dann hat die Stadt einiges zu bieten. Ich entscheide mich für Museen, das CCA – Centre Canadien d’Architecture und das MAC – Musée d’art contemporain de Montréal. Die jeweiligen Ausstellungen sind kompakt und nicht zu groß, dennoch gut konzipiert und to the point. Die Ausstellung mit Werken von Teresa Margolles im MAC bleibt ganz besonders im Kopf. Im Museumscafé des MAC gibt es epische Double-Choc Brownies – wer also zwischendurch einen Overkill hat, kann hier bei Kaffee und Kuchen wieder den Akku aufladen.

Für zwischendurch bietet sich bei kaltem Wetter eine Pho (Nudelsuppe) an, z.B. im Chinatown von Montréal. Ich entscheide mich für ein Pho-Restaraunt um die Ecke vom CCA in der Rue Sainte-Catherine Ouest, bevor ich satt und aufgewärmt in den Kinosessel falle.

Neben zahlreichen Kinos gibt es in Montréal immer wieder Filmfestivals mit besonderen Themen. Eines davon ist das FIFA35 – le Festival International du Film sur l’Art. Ich entscheide mich für zwei Vorstellungen im Filmsaal des CCA: Eine Doku über Frei Otto und Künstlerportraits aus Vancouver.

Bei schlechtem Wetter empfiehlt sich außerdem eine Rundfahrt mit der Metro Montréal (Einzelfahrt 3,25 CAD für 120 Minuten One Way, 10,00 CAD für das Tagesticket) und eine Besichtigung der Bahnhöfe. Tagsüber fahren die Bahnen – auf Gummireifen! – alle fünf bis zehn Minuten. perfekt um Bahnsteige und Eingangshallen zu besichtigen – es lohnt sich. Wirklich!

U-Bahn Montréal – Station Villa Maria

U-Bahn Montréal – Station Villa Maria

U-Bahn Montréal

Da war noch was… Hipster, Expo und Olympia

Mile End – nach Williamsburg in New York das Hipsterviertel. Weltweit. Zu verdanken hat das Mile End diesen Ruf der Ansiedlung einer Ubisoft-Manufaktur in einem ehemaligen Fabrikgebäude. Es ist klar war kommt: Streetart, Designer-, Fahrrad- und Rucksackläden, ökige und vegane Cafés mit Menschen vor Apple-Rechnern, Männer mit Bärten, … Ende März bei ca. Null Grad Celsius und Schneeregen alles eine Spur kühler als an flimmernden Sommerabenden, aber dennoch eine Augenweide. Zum snacken zwischendurch in eine der 24h-Bagelbäckereien gehen (Fairmont Bagels, St. Viateurs Bagels), Bagel und Frischkäse kaufen und genießen. Zum Abendessen empfiehlt sich in diesem sich leicht selbst überhitzenden Stadtteil Un Autre Restaurant – die Inhaber haben das Pizza backen extra in Venedig gelernt. Die kleine, gute Weinauswahl komplettiert einen entspannten Abend. Hier passiert es dann auch, dass man der letzte Gast ist, zum Essen eingeladen und anschließend  nach Hause gefahren wird.

Man and his World – das war das Motto der erfolgreichen Weltausstellung 1967 in Montréal. 50 Millionen Menschen besuchten die beiden Inseln, teilweise künstlich vergrößert. Heute befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der weitläufige öffentliche Parc Jean-Drapeau, benannt nach dem damaligen Bürgermeister Montréals. Neben einigen wenigen Überresten der Expo befinden sich dort zahlreiche Freizeit- und Erholungseinrichtungen, auch die 21. Olympischen Sommerspiele 1976 in Montréal haben ihre Spuren auf den Inseln hinterlassen, u.a. das beeindruckende Becken für die Ruderwettkämpfe. Eine Spurensuche nach EXPO und Olympia lohnt sich also, insbesondere an sonnigen Tagen.

Die Anreise ist mit der eigens gebauten gelben Metrolinie bis zur Station Jean-Drapeau sehr einfach. Von dort kann man in einem ausgiebigen Rundgang alle wichtigen Hotspots entdecken. Verlässt man die Inseln auf dem Rückweg über die Pont de la Concorde kommt man am / an habitat ’67, dem Ikonen-Bau der EXPO vorbei. Das Gebäude ist atemberaubend, und – wenn auch nur von außen zu besichtigen – lohnt sich das nähere Hinschauen allemal. Von dort kommt man nach einem mehr oder weniger bequemen Fußweg (u.a. anderem vorbei an der Farine Five Roses-Mühle) wieder am historischen Hafen und der Altstadt von Montéal an. Einen Tag sollte man einplanen, in der off season sollte man unbedingt ein kleines Picknick und ausreichend Getränk mitnehmen. Zum Abschluss des Tages empfiehlt sich das Abendessen im fußläufig erreichbaren Chinatown von Montréal. Dort gibt es zahlreiche Restaurants von Noodles bis Fried Fish – alles was das Herz begehrt.

Biosphére von Bucky Fuller – ehem. US-Pavillion

Ehem. kanadischer Pavillion

Ehem. kanadischer Pavillion

Ehem. jamaikanischer Pavillon

Ehem. jamaikanischer Pavillon

Ehem. tunesischer Pavillon

Ehem. tunesischer Pavillon

ehem. französischer Pavillion – heute das Casino Montréal

ehem. französischer Pavillion – heute das Casino Montréal

Alexander Calder: Man

Alexander Calder: Man

habitat '67

habitat ’67

 

Bildquellen

  • Downtown Montréal: Anna Galda
  • Typischer Wohnhäuser in Montréal: Anna Galda
  • In der Rue Notre-Dame in St. Henri: Anna Galda
  • Atwater Market: Anna Galda
  • Am Canal de Lachine: Anna Galda
  • Place du Canada: Anna Galda
  • Farine Five Roses Mühle im Hafen von Montréal: Anna Galda
  • Stadtstrand mit Molson Brauerei im Hintergrund: Anna Galda
  • Bota Bota Spa mit habitat ’67 im Hintergrund: Anna Galda
  • Montreal Vieux Port: Anna Galda
  • U-Bahn Montréal – Station Villa Maria: Anna Galda
  • U-Bahn Montréal: Anna Galda
  • Biosphére von Bucky Fuller – ehem. US-Pavillion: Anna Galda
  • Ehem. kanadischer Pavillion: Anna Galda
  • Ehem. jamaikanischer Pavillon: Anna Galda
  • Ehem. tunesischer Pavillon: Anna Galda
  • ehem. französischer Pavillion – heute das Casino Montréal: Anna Galda
  • Alexander Calder: Man: Anna Galda
  • habitat ’67: Anna Galda

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