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Rezension „AUS HAMBURG – Lokale Positionen urbaner Landschaftsgestaltung“ von Sarah C. Schreiner (Hrsg.)

Urbane Landschaften sind seit den letzten Jahren immer stärker in den Fokus der (fachlichen) Aufmerksamkeit gerückt. Der Begriff Landschaft hat im selben Zeitraum an Bedeutung aber gleichzeitig auch eine inhaltlich Aufweitung erfahren. Bei Siverts in der „Zwischenstadt“ und vor allem bei Sieferle mit seinem Begriff der „Totalen Landschaft“ hat der Begriff Landschaft fast alle räumlichen Elemente, auch die urbanen, in sich aufgenommen. Folgerichtig beschränkt sich die Autorin auch nicht auf einen Typ Landschaftsgestaltung (Parks, Gärten…) sondern lässt ein weites Spektrum zu. In „Aus Hamburg“ wird versucht, diesem Umstand nicht über die Diskussion des physikalischen oder symbolischen Phänomens Landschaft, sondern über die Produzenten und Gestalter näher zu kommen. Was treibt Gärtner, Landschafts-architekten, Künstler, Denkmalpfleger, Wissenschaftler und Sounddesigner an, unsere Landschaft zu verändern?

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Abb.: Gudberg Verlag mit freundl. Genehmigung von Birgitt Frey

Sarah C. Schreiner versammelt 16 verschiedener Akteuere aus Hamburg, die ihre persönlichen Positionen, Arbeitsweisen und Tätigkeitsfelder in kurzen Texten vorstellen. Eingeleitet durch zwei knappe Vorworte gliedert sich das Buch in die vier Kapitel: diskutieren und dokumentieren, entwerfen und produzieren, bewahren und pflegen sowie forschen und lehren. Das Spektrum der versammelten Texte reicht von Tätigkeitsbeschreibungen über theoretische Abhandlungen bis zu Tagebuchauszügen. Es ergibt sich eine Melange aus persönlichem und fachlichen Statements, aus der auch die Motivation der vorgestellten Personen teilweise erkennbar wird. Dabei führen die einzelnen Artikel unterschiedlich tief in die theoretische Materie ein.
Sarah C. Schreiner verzichtet bewusst auf eine Ansammlung populärer Büros und deren Projekte. Es ist weder den Anspruch eine vollständige Liste in Hamburg tätiger Landschaftsgestalter noch ein Reiseführer zu relevanten Projekten in Hamburg zu veröffentlichen. Große aktuelle Projekte in der Stadt (Hafencity, IBA/IGA …) werden nur am Rande von einigen Autoren erwähnt. Es geht in dem Buch auf angenehme Weise um das alltägliche Arbeiten mit Landschaft und der Menschen, die dazu gehören. Der Fokus liegt eher auf der Betrachtung von Arbeitsweisen und weniger in der Frage, was urbane Landschaften tatsächlich genauer sein könnten. Durch den Vergleich mehrerer persönlicher Selbstverständnisse und Tätigkeitsschwerpunke kann der Leser diverse Landschaftsdefinitionen erahnen. Wie der Untertitel bereits richtig beschreibt, geht es um Positionen nicht um Definitionen.
persönlicher Bildaufbau keine Landschaftsbestimmung

Insgesamt bietet „Aus Hamburg“ eine gute Übersicht landschaftsgestaltender Berufe und einen empfehlenswerter Einstieg in die Diskussion aktueller Landschaftsge-staltung. Das handliche Format und die Unterteilung in viele Unterkapitel macht das Buch zu einem idealen U-Bahnbegleiter.

AUS HAMBURG: Lokale Positionen urbaner Landschaftsgestaltung
Herausgegeben von Sarah C. Schröder
Erschienen im Gudberg Verlag Hamburg
Softcover, 124 Seiten
Preis: EUR 18,90, ISBN: 978-3-943061-18-5
Link zum Buch

Über den Autor:

  • Moritz Bellers (*1980) studierte zwischen 2002 und 2008 Landschafts- und Freiraumplanung an der Leibniz Universität in Hannover sowie zwischen 2004 und 2005 Landschaftsarchitektur an der Universiteit Wageningen WUR/Nederlands.
  • Von 2009 bis 2011 war er angestellt im Büro Urbane Gestalt, Landschaftsarchitekten in Köln.
  • Seit Juli 2010 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Landschaftsplanung und Ökologie an der Universität Stuttgart.
  • Seit 2011 Mitglied in der Forschungsgruppe Baubotanik (IGMA) an der Universität Stuttgart.

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