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Oil Rocks – Die Stadt auf dem Meer

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Das Meer ist bis heute nicht vollständig erforscht, es lässt sich vom Menschen nicht zähmen und es ist auch bislang kaum als Lebensraum erschlossen worden. Und so fasziniert das Meer bis heute und bleibt mysteriös und anziehend. Dass bietet natürlich die idealen Voraussetzungen für fantastische Ideen. Und so gab es immer wieder Utopien von Städten am Meeresgrund. Zuletzt wurde diese Utopie in beeindruckender Detailverliebtheit im Art-Deco-Stil vom Videospiel „Bioshock“ inszeniert.
Doch während es unter dem Meer bislang keine Stadt gibt, wurde tatsächlich der Versuch unternommen, auf dem Meer zu siedeln. Denn die Sowjetunion, die nach dem zweiten Weltkrieg ihren Öldurst stillen musste, ging ungewöhnliche Wege, um das „schwarze Gold“ zu fördern.
300 km vor der Küste Aserbaidschans, mitten im Kaspischen Meer liegt Neft Daslari, die Ponton-Stadt. 1949 begann die Offshore-Ölförderung im Kaspischen Meer und damit der Aufbau von Neft Daslari, zunächst für Wanderarbeiter geplant, schnell zu einer richtigen Stadt erweitert. Zur Blütezeit waren 2.000 Fördertürme in Betrieb, verbunden miteinander und mit dem Stadtzentrum über mehr als 300 Brücken, auf denen schwere sowjetische Lkw fahren können. Bis zu 5.000 Menschen lebten und leben in Neft Daslari. Es gibt 9-geschossige Plattenbauten, ein Kulturzentrum und ein paar Kneipen und eine Limonadenfabrik.
Nach der politischen Wende wurde zunächst die Ölförderung von Aserbaidschan gedrosselt. Und so verfielen Teile der Anlage, Brücken stürzten ein oder wurden unpassierbar. Doch die Stadt wurde nicht aufgegeben und so wird auch heute noch Öl gefördert und dem städtischen Treiben in Neft Daslari nachgegangen.

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Der schweizer Dokumentarfilmer Marc Wolfensberger hat Neft Daslari in seinem 52-minütigen Film „OIL ROCKS – City above the Sea (La Cité du Pétrole)“ portraitiert. Er war einer der ersten Ausländer, der eine Drehgenehmigung bekommen hat. Da der Film mit Unterstützung des MDR entstand, lief er bereits einige Male im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Also: Augen offenhalten und bitte hier einen kurzen Hinweis geben, wenn der Film mal wieder gezeigt wird!

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3 Kommentare
  1. In der Stadtbauwelt 188 gab es einen ausführlichen Artikel zu Neft Dashlari (siehe http://www.bauwelt.de/cms/bauwerk.html?id=1833453&lang=de#.ThsfVltnjDI),
    für den Artikel habe ich lange mit Marc Wolfenberger gesprochen, der noch einige „Insights“ erzählt hat, die nicht in den Film durften.

    Der Film ist wirklich großartig, wer nicht auf den Sendetermin oder die DVD warten möchte, kann Marc Wolfensberger kontaktieren, der ihn vertrauensvoll zum Unkostenpreis von 7,50 Euro zum Download anbietet (mw[ad]thin-line[dot]net).

    Er schreibt:
    „There is no official DVD of the documentary yet. Our international sales agent (Autlookfilms) is currently negotiating a deal with a big VOD company, but I imagine it’s going to take several weeks if not months before it becomes widely available over the Internet.

    What I can offer you in the meantime is to download the film in SD resolution from our ftp server. We’ve put a rather symbolic price tag of 10 CHF / 11 USD / 7.5 EUR for the download, counting on people’s fair-play for not sending the link to others. It has to be for private use only.“

  2. Besten Dank für den Hinweis. Der Film wird gleich bestellt. :-)

  3. […] der Ausstellung wird der Dokumentarfilm Oil Rocks von Marc Wolfensberger gezeigt, der von der aserbaidschanischen Inselstadt Neft Dashlari […]

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